FALKENBURG Wieso sind Sie so schnell unterwegs? Wissen Sie, dass sich hier eine Grundschule befindet? Was wäre, wenn ein Kind direkt vor Ihnen über die Straße läuft? Haben Sie nicht bemerkt, dass Sie sich in einer geschlossenen Ortschaft befinden? Eine ganze Menge unangenehmer Fragen hatten die Mädchen und Jungen parat, die am Dienstag eine Polizeikontrolle in Falkenburg begleiteten.

Mit einer Laserpistole hatte sich Polizeikommissar Martin Klinger in der Bus-Haltebucht an der Hauptstraße direkt neben dem Dorfplatz postiert. Ein neuralgischer Punkt, denn Kindergarten und Grundschule befinden sich in unmittelbarer Nähe. Und viele Kinder müssen die stark frequentierte K 343 auf dem Hin- und Rückweg überqueren. Zwar gibt es eine Fußgängerampel, aber Vorsicht ist dennoch geboten. „Das schärfen wir unseren Schülerinnen und Schülern immer wieder ein“, berichtete Schulleiterin Birgit Humberg. Denn wenn die Bedarfsampel auf Rot umspringt, ist keinesfalls sicher, dass ein Auto, was dicht davor ist, auch abgestoppt wird. „Die Probleme haben durch die Baustelle auf der A 28 zugenommen“, hat Birgit Humberg festgestellt. Schließlich nutzen etliche ortskundige Autofahrer die Ausweich-Route, um nicht im Stau zu stehen. Und wer vor der Baustelle schon einige Zeit verbringen musste, hat es danach umso eiliger – und die schnurgerade Hauptstraße durch Falkenburg verleitet dazu, mehr als erlaubt aufs Gaspedal zu drücken. Allerdings: Die allermeisten Autofahrer, die am Dienstag zwischen 8 und 10 Uhr den Ort in Richtung Ganderkesee passierten, fuhren geradezu vorbildlich. „Es gab mehr Ausreißer nach unten als nach oben“, zog Martin Klinger, der zusammen mit seiner Kollegin Anja Ostmann und Schülerpraktikantin Ricarda von Seggern vor Ort war, eine insgesamt positive Bilanz. Dass eine ganze Reihe Autofahrer nicht einmal 50 km/h auf dem Tacho hatten, lag sicherlich an den auffälligen Warnwesten, mit denen das Kontrollteam weithin sichtbar war.

Dennoch gab es auch Verkehrsteilnehmer, die auf die Kontrollstelle zu spät reagierten. Wie eine Autofahrerin aus dem Landkreis Oldenburg, die mit 78 km/h in die geschlossene Ortschaft hineingefahren war. Gemessen wurde, wie Klinger der reichlich aufgebrachten Beifahrerin erläuterte, 50 Meter hinter dem Ortsschild, das gut 300 Meter von der Kontrollstelle entfernt ist. Das Argument, man könne doch den Wagen ausrollen lassen, ließ der Polizeibeamte nicht gelten. „Den früher üblichen Geschwindigkeits-Trichter gibt es nicht mehr. Rein rechtlich gilt Tempo 50 bereits vom Ortsschild an.“

Allerdings konnten die Kinder viel mehr Smileys als Gesichter mit heruntergezogenen Mundwinkeln an die gestopptem Autofahrer verteilen. Verkehrssünder aufzuspüren, sei nicht ihre hauptsächliche Intention, sagte die Schulleiterin. Die Kinder sollten sich vielmehr gezielt mit den Gefahren des Straßenverkehrs auseinander setzen. Und die Erstklässler bekämen dann noch ein ganz individuelles Sicherheitstraining.

Die Grundschule Habbrügge hatte die Aktion mit der Polizei erstmalig im vergangenen Jahr durchgeführt. Auch aus polizeilicher Sicht durchaus empfehlens- und nachahmenswert, meinte Kommissar Klinger auf Nachfrage. Andere Schulen hätten sich bislang aber noch nicht gemeldet.

Wolfgang Loest Redaktionsleitung / Redaktion Ganderkesee
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.