Ganderkesee Wer kennt das nicht? Einem Bekannten oder einer Bekannten passiert etwas Gutes, was man sich auch für sich selbst wünscht und schon ist er da, dieser kleine Stachel des Neids. So ist es auch bei Nadine, als ihre Klassenkameradin Lea bei der Casting-Agentur aufgenommen wird. Nadine fängt an, zu sticheln, Lügen über Lea zu erzählen – und irgendwann sagt sie: „Lea beleidigen ist irgendwie für alle ein Sport geworden. Da kann ich doch nichts für.“ Doch für die 17-jährige Lea ist es kein Sport, sie sieht sich Mobbing von allen Seiten ausgesetzt und weiß keinen Ausweg mehr.

Die Geschichte von Lea, die sich an wahren Begebenheiten orientiert, war der Stoff des Stückes „Fake oder: War doch nur Spaß!“, das das Ensemble Radiks aus Berlin am Montag in der Oberschule Ganderkesee aufführte. Anlass war der Safer Internet Day, der an diesem Dienstag, 5. Februar, stattfindet. „Wir wollten nicht alles in einen Tag quetschen“, erklärte Mike Stemmler, der Medienbeauftragte der Oberschule.

Das Stück zeichnet den Weg von einer kleinen Missgunst zwischen zwei Freundinnen hin zu systematischen (Cyber-)Mobbing nach. Gespielt wurde es von Svenja Otto (22), die auch Lea verkörperte, und Richard Rabeus (35). Am Ende blieb für Lea, die wie die meisten Teenager nur ihre Träume verfolgen wollte, nur der Weg ins Krankenhaus und in die psychiatrische Behandlung. „Mir geht es gut“, sagt sie am Ende zu ihrem Vater.

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Es sei wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler für das Thema sensibilisiert werden, sind nicht nur die beiden Schauspieler, sondern auch Nicole Schönbeck überzeugt. Sie ist eine der drei Sozialpädagoginnen an der Oberschule und weiß: „Mobbing kommt überall vor, auch hier.“ Auch sie habe schon mehrfach Betroffene betreut, teilweise seien die Fälle auch bis zur Polizei gelangt, weil es sich sonst nicht anders lösen ließ. Die Polizei einzuschalten, sei wichtig: „Das schafft den Fakt, dass die Erwachsenen die Verantwortung übernehmen und ein deutliches Stopp-Signal setzen“, so Schönbeck. Als Sozialpädagogin unterliege sie der Schweigepflicht und könne Schülerinnen und Schülern so auch einen wichtigen Schutzraum bieten.

Die Sensibilisierung für das Thema Mobbing, aber auch für andere Gefahren des Internets, spielt an der Oberschule eine größere Rolle. „Wir wollen erreichen, dass in jedem Jahr für jede Klassenstufe etwas angeboten wird“, so Stemmler. Das Theaterstück für die 7. und 8. Klassen finde alle zwei Jahre statt.

Was tun bei Mobbing?

Lehrer Mike Stemmler rät:

1. An eine Vertrauensperson wenden, egal ob im privaten Umfeld oder an der Schule. An der Schule müsse es gar nicht die Lehrkraft sein: Die Gespräche mit den Sozialpädagoginnen unterliegen der Schweigepflicht.

2. Eltern und Freunde sollten darauf achten, ob sich Verhaltensweisen deutlich ändern. Dazu gehören auch Schlaf- und Essstörungen oder der plötzliche Abbruch von sozialen Kontakten. Wer so etwas feststellt, sollte das Gespräch suchen.

Die Schauspieler raten:

1. Wer im Internet beleidigt wird, der sollte unbedingt Screenshots für die Polizei machen. So können die Schuldigen später zur Rechenschaft gezogen werden.

2. Darüber reden, mit jemandem, dem man vertraut. Alleine kann man sich aus Mobbing nicht befreien.

3. Nicht wegschauen, sondern für diejenigen einstehen, die gemobbt werden. „Mit Petzen hat das nichts zu tun“, so Richard Rabeus.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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