Ganderkesee Mal angenommen, die Bürger der Gemeinde Ganderkesee könnten selbst darüber bestimmen, welche Energiequellen sie in welchem Umfang für ihren Lebensalltag nutzen: Wofür würden sie sich entscheiden? Und warum? Antworten auf diese Fragen soll es an diesem Dienstagmittag in der Oberschule Ganderkesee geben. Denn die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs werden genau diese Fragen in der fünften und sechsten Stunde erörtern – engagiert und fundiert, so hoffen die Organisatoren des zweitägigen Schulprojekts.

Seit Montagmorgen beschäftigen sich die Neuntklässler intensiv mit dem Thema Energiegewinnung. In jeweils 90-minütigen Unterrichtsblöcken erfahren sie viel über die unterschiedlichen Quellen: aus fossilen Ressourcen, aus Kernkraft oder Biogas und aus regenerativen Energien wie Sonne und Wind. Für Letzteres hat sich die Schule eigens Unterstützung von der EWE geholt: Dierk Schwarting, Leiter der EWE-Netz-Bezirksmeisterei Delmenhorst, und sein Mitarbeiter Hendrik Paradies erläutern den Oberschülern, wie das Oldenburger Versorgungsunternehmen Strom und Wärme vor Ort gewinnt und welche Rolle dabei die erneuerbaren Energien spielen.

Den Abschluss des Projektes bildet die Diskussion und Argumentation. Darauf vor allem kommt es den Initiatoren an: Mike Stemmler, Fachleitung Naturwissenschaften, und Alina Brunken, Fachkonferenzleitung Gesellschaftswissenschaften, möchten, dass die Jugendlichen wissen, wovon sie reden, wenn sie bei den Fridays-for-Future-Aktionen die Energiewende fordern. Und dass sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie sie selber mit Energien und Ressourcen umgehen.

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„Die Schüler sollen ihre Positionen zum Klimawandel begründen können“, fasst Mike Stemmler den pädagogischen Anspruch zusammen. Und sie sollen sich dabei an der eigenen Lebenspraxis orientieren. „Wir möchten schulische Wissensvermittlung mit Alltagserfahrungen kombinieren“, erklärt Stemmler. So stellt der Physik- und Chemielehrer sich modernen Unterricht vor. Dass die Jugendlichen dabei auch noch eine Meinung, im Idealfall eine Haltung zu einem Thema entwickeln, ist ein durchaus erwünschter Zusatzeffekt.

Wichtig aus schulischer Sicht ist auch die fächerübergreifende Relevanz des Themas: Sowohl Stemmler als auch Politiklehrerin Alina Brunken behandeln in ihrem jeweiligen Unterricht Fragen der Energieerzeugung – in den Naturwissenschaften geht es um die technischen Prozesse, in Politik oder Erdkunde um rechtliche und politische Entscheidungen.

Mehr themenbezogener Unterricht anstelle von fächerspezifischer Wissensvermittlung ist auch ein Ziel, das Schulleiter Ingo Voss anstrebt. In den Wahlpflichtkursen lasse sich in dieser Richtung allerhand umsetzen, ist er überzeugt. „Wir entwickeln dafür gerade Ideen“, berichtet der Rektor der Oberschule, „aber es sind noch Gespräche mit der Landesschulbehörde erforderlich.“ Die Projekttage zum Thema Energien sind aus schulischer Sicht jedenfalls ein geeignetes Beispiel, um zu zeigen, wie es funktionieren könnte, Sie sollen, so Mike Stemmler, in den folgenden Jahren nicht nur wiederholt, sondern auch kontinuierlich ausgebaut werden.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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