Ganderkesee Dass ein Mitschüler in einer Whatsapp-Gruppe beleidigt wird oder ein angsteinflößender Kettenbrief auf Handys die Runde macht, haben viele Fünfklässler bereits erlebt. Jedenfalls ist das die Erfahrung von Nicole Schönbeck, Schulsozialpädagogin an der Oberschule in Ganderkesee.

Beleidigungen in Whats­app-Klassengruppen auf dem Smartphone kommen ihrer Auskunft nach häufig vor. „Die Barriere ist nicht da. Das ist anders, als wenn ich jemandem persönlich etwas sage.“ Bei Mobbing spreche sie mit allen Beteiligten, sagte die Schulsozialpädagogin. „Ich versuche, die Kette zu unterbrechen.“

Um die Schüler für die Folgen ihres Handelns in sozialen Netzwerken zu sensibilisieren, organisiert die Oberschule Ganderkesee einmal im Jahr für die Fünftklässler einen Internet-Tag in Anlehnung an den weltweiten „Safer Internet Day“. „Wir wollen sicherstellen, dass alle Klassen regelmäßig etwas zum Umgang mit sozialen Medien machen“, sagte Mike Stemmler, Informatiklehrer und Medienbeauftragter der Schule. Auch im Schulverbund aller Schulen in der Gemeinde gehe es darum, die Medienkompetenz der Schüler zu fördern. Denn die allermeisten Kinder, die die fünfte Klasse besuchen, haben Handys und nutzen Dienste wie Whatsapp, Instagram oder Snapchat. Auch Youtube-Videos und Spiele sind nach Erfahrung von Mike Stemmler und Nicole Schönbeck gefragt.

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Beim Aktionstag am Dienstag recherchierten die Kinder zunächst mit der Internetseite „Klicksafe“, was Viren, Apps und Hacker sind. Außerdem erfuhren die Schüler, dass sie beim Verschicken privater und urheberrechtlich geschützter Fotos besonders vorsichtig sein sollten. Darüber hinaus legten sie einen Internet-Führerschein ab.

Im Gespräch mit Matthias Heil, Leiter des Jugendzentrums „Trend“ in Ganderkesee, ging es außerdem um ihre Erfahrungen mit sozialen Netzwerken. Ein Thema waren Handy-Kettenbriefe, die mit Konsequenzen drohen, wenn der Empfänger sie nicht weiterschickt. Besonders jüngeren Kindern würden diese Briefe Angst machen, sagte Heil. Oft würden die Kinder sich aber nicht trauen, die Eltern zu informieren. „Sie haben Angst, dass die Eltern das Handy wegnehmen oder Whatsapp-Verbot geben.“

Doch der Leiter des Jugendzentrums rät davon ab, den Schülern den Umgang mit Smartphones und Internet zu verbieten. „Wir kommen nicht mehr ohne das Internet klar“, sagte er. Die Kinder müssten lernen, damit umzugehen. Seiner Meinung nach sollten nicht nur sie, sondern auch die Eltern Medienkompetenz entwickeln. „Wichtig ist, dass Eltern wissen, was ihr Kind macht und warum.“

Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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