Ganderkesee „Corona schreibt Geschichten(n)“ – unter diesem Motto hatten Gemeindejugendpflegerin Hille Krenz, Büchereileiterin Sigrid Kautzsch und Gleichstellungsbeauftragte Katrin Gaida-Hespe Jugendliche dazu aufgerufen, ihre Eindrücke des Familienlebens in der Coronazeit festzuhalten. Jetzt wurden die Gewinnerinnen Eske (12) und Elisa-Marie (11) ausgezeichnet.

Eske hatte über ihren zwölften Geburtstag geschrieben, der trotz toller Geschenke und ausgefeiltem Ersatzprogramm anders war als in allen Jahren zuvor. „Natürlich habe ich ganz viel an meine Freunde gedacht. So gerne hätte ich mit ihnen gefeiert“, schreibt Eske in ihrer Geschichte. „Aber nein, Corona hat mir schön einen dicken, fetten Strich durch meine Geburtstagsfeier gemacht. Es sollte eine Harry- Potter-Motto-Party werden. Nun lag alles bereit und keiner durfte von meinen Freunden dabei sein. Als ich abends im Bett lag, habe ich geweint, weil ich so traurig war. Und jetzt? – ich fühle mich immer noch so, als wäre ich elf Jahre. Das liegt daran, dass ich meinen Geburtstag nicht wie sonst mit der ganzen Familie und meinen Freunden feiern konnte. Es war ein halb-so-schöner Geburtstag wie sonst.“

Elisa-Marie setzte hingegen auf eine Collage. Darauf sind Bücher zu sehen, in der Gemeinde Ganderkesee aufgestellte Abstandshinweise und ein Foto von diversen Mund-/-Nasenschutzmasken. Auch der für viele Schülerinnen und Schüler in der Corona-Zeit typische Anblick des Login-Bereichs von IServ – ein Internetportal, über das die Schulen den Kindern und Jugendlichen Aufgaben fürs „Homeschooling“ stellen – durfte nicht fehlen. Leere Straßen und Plätze sind in der Collage ebenfalls zu sehen und ein Gesellschaftsspiel.

„Die Jugendlichen laufen in der Krise so nebenher und müssen dabei auf so viel verzichten“, sind sich die Initiatorinnen Gaida-Hespe, Kautzsch und Krenz einig. Eine lange Zeit keine Freunde treffen, keine Freizeitaktivitäten als Ausgleich unternehmen können und immer noch kein normaler Schulbetrieb: Die Jugendlichen seien oft auf sich alleine gestellt. Der persönliche Austausch mit Gleichaltrigen sei in diesem Alter jedoch wichtig.

„Die Jugendzentren sind wieder offen. Wir merken aber deutlich, dass die Hygieneauflagen das Angebot beeinflussen und die Jugendlichen noch sehr zurückhaltend sind“, so Gemeindejugendpflegerin Hille Krenz. Sigrid Kautzsch berichtet: „Die Gemeindebücherei kehrt immer mehr zum Normalbetrieb zurück, muss aber viele Dinge, die die Kids sonst zum Verweilen und Schmökern einladen sollen, geschlossen halten.“ Und Gleichstellungsbeauftragte Katrin Gaida-Hespe stellt fest

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  „Besonders den Jugendlichen fehlten in der Krise Freunde und Ansprechpartner. Eltern, die eventuell gerade selbst nur mit einem dünnen Nervenkostüm ausgestattet sind, können das schwer ausgleichen.“

Mit dem Gewinnspiel sollten die größten Sorgen, Bedürfnisse und Wünsche der jungen Menschen in dieser besonderen Zeit kommuniziert und festgehalten wer-den. Die Einsendungen für das Gewinnspiel reichten nicht aus, um ein Buch zusammenzustellen. Sie zeigten aber, so die Organisatorinnen, „dass auch die Kids einen großen Beitrag während der Lockdown-Phase geleistet haben, der manches Mal nicht ausreichend Beachtung fand.“

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