Wardenburg Mit 9000 Euro will sich die Gemeinde an der Pilotphase des Fairtrade-Frühstücksbuffets beteiligen, das es künftig einmal wöchentlich in allen Kindertagesstätten der Gemeinde geben soll. Die Idee dahinter: Die Kinder sollen für regionale, möglichst biologisch erzeugte Lebensmittel sensibilisiert werden und damit als nächste Generation „ein gesellschaftliches Umdenken in der Zukunft vorantreiben“, heißt es in der Beschlussvorlage. Da viele Eltern ihren Kindern dieses Denken – aus verschiedenen Gründen – nicht so vermittelten, könnten und sollten die Kindertagesstätten hier einwirken, heißt es weiter.

Regional oder Fairtrade?

In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses wurde das Thema intensiv diskutiert. Dabei kristallisierte sich unter anderem heraus, dass der Begriff „Fairtrade-Frühstück“ nicht glücklich gewählt zu sein scheint: „Fairtrade ist nicht Bio, Bio ist nicht unbedingt regional – der Begriff ist irreführend“, brachte es Detlef Sonnenberg (SPD) auf den Punkt. „Hier wird ein Schlagwort geprägt, obwohl es eigentlich viel mehr um Bio und regionale Angebote geht“, bekräftigte Andreas Klarmann (SPD). Vorrangig sei der Einkauf regionaler Produkte, betonte Bürgermeisterin Martine Noske. „Wo regional nicht geht, soll auf fair gehandelte Produkte zurückgegriffen werden.“

Flankierend begleitet werde das Frühstücksbuffet von Projekten, in denen den Kita-Kindern die Herkunft von Lebensmitteln vermittelt werde, so Noske. Auch ein gesundes Frühstück, in dem die Kinder Obst und Gemüse selbst zubereiteten, gebe es schon in einigen Kitas. „Diese Angebote sind aber derzeit in allen Einrichtungen unterschiedlich“, so die Bürgermeisterin.

Er finde es vernünftig, das Bewusstsein für regionale Produkte zu stärken, machte Jörg Brandes (CDU) deutlich. „Aber die Verwaltung ist nicht dafür zuständig, Ideologien zu vermitteln. Das ist Sache der Eltern.“ Das sah sein Fraktionskollege Josef Wunram ähnlich: „Die Idee an sich ist gut, aber sie finanziell zu unterstützen, ist nicht unsere Aufgabe.“ Die Gemeinde habe durchaus auch eine Fürsorgepflicht, hielt Wolfgang Depken (Bündnis 90/Die Grünen) dagegen. Und auch Hilke Kenkel-Schwartz – ebenfalls von den Grünen – betonte, sie finde es nur konsequent, ein solches Projekt als Fairtrade-Gemeinde zu unterstützen. „In den Kitas gehört Erziehung dazu, und das betrifft auch das Thema Ernährung“, betonte sie.

Finanzspritze für ein Jahr

Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschloss der Ausschuss letztendlich, dem Vorschlag der Verwaltung zuzustimmen. Somit werden auf die Eltern während der Pilotphase im ersten Jahr keine Mehrkosten zukommen. Die Gemeinde trägt den Gesamtbetrag von 9000 Euro. Zum Kindergartenjahr 2018/2019 wird dann auf Basis der bisherigen Erfahrungen neu entschieden, ob die Gemeinde sich weiterhin beteiligen wird oder es eine Kostenbeteiligung der Eltern geben soll.

Anke Brockmeyer Redakteurin / Reportage-Redaktion
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