Ganderkesee Die Fachkräfte an der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee sowie an der Grundschule Bookholzberg müssen sich vorerst weiterhin mit der akuten Platznot arrangieren. Einstimmig sprach sich der Schulausschuss am Mittwoch dafür aus, über die Bereitstellung von Haushaltsmitteln zur Erweiterung und Sanierung der Verwaltungsbereiche beider Schulen erst im Rahmen der Haushaltsberatungen 2017 zu entscheiden.

Anbindung der TSV-Anlage an Bergedorfer Straße im Visier

Der TSV Ganderkesee hat bei der Gemeinde beantragt, zwei Grundstücksflächen zu erwerben – mit dem Ziel die Vereinssportanlage am Immerweg zu erweitern. Der Verein möchte das Areal dann pachten. Auf der größeren der beiden Flächen möchte der TSV zwei Fußballfelder anlegen und dafür Fördermittel vom Kreis und dem Landessportbund beantragen, wie Fachdienstleiterin Sieglinde Jahn am Mittwoch im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport berichtete.

Die zweite Fläche sei deshalb interessant, weil über diese Fläche eine Anbindung in Richtung Bergedorfer Straße erfolgen könnte. „Wir würden eine große Chance vertun, wenn wir nicht zugreifen würden“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Durch die Vielzahl von Sportveranstaltungen habe die Belastung des Immerwegs stark zugenommen. Das sahen die Vertreter von CDU und SPD ähnlich. Einen ersten Anlauf zur Erweiterung der Sportanlage hatte der TSV (wie berichtet) bereits 2011/12 unternommen.

Vertreter aller Fraktionen hatten die Schulen bereist. Die Anträge beider Schulen hinsichtlich der Erweiterung und Sanierung seien „nachvollziehbar“, sagte Marion Daniel (FDP). Die Anforderung an Schule habe sich radikal verändert. Lehrkräfte, Pädagogische Mitarbeiter, Sozialpädagogen, Integrationshelfer und Fachkräfte für Sprachförderung benötigten adäquate Arbeitsplätze. Elke Bothe (Freie Wähler) wies darauf hin, dass die Toiletten im Verwaltungstrakt der Grundschule Bookholzberg dringend saniert werden müssten. Auch der gesundheitsgefährdende Feinstaub von Druckern sei ein Thema.

Nach dem Antrag der FDP soll die Verwaltung den Bedarf an sämtlichen Schulen ermitteln und dem Ausschuss eine Prioritätenliste vorlegen. Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas sagte, auch sie könne sich ein „Paket Schule“ vorstellen. Die Gemeinde stehe allerdings im Wort bei der Grundschule Lange Straße, wo eine grundlegende Sanierung erforderlich sei. Gemeinsam mit dem neuen Schulleiter René Jonker, der im August die Nachfolge von Rita Wieneke antritt, solle ein Konzept erarbeitet werden. „Alles auf einen Schlag kriegen wir nicht gewuppt“, so Gerken-Klaas.

Otto Sackmann (Fraktion UWG/Marbach) fragte nach ersten Kostenschätzungen. Die könne die Verwaltung noch nicht liefern, erklärte die Bürgermeisterin. „Übern dicken Daumen“ seien es mindestens 450 000 Euro pro Schule. Geprüft werden solle, ob man Planungskosten in einem Nachtragsetat 2016 berücksichtige.

Zu Beginn der Ausschusssitzung stellte sich Manfred Gliese, Schulleiter der Oberschule Ganderkesee, vor. Er berichtete von seiner schwierigen Startphase. Mittlerweile sei die Schulleitung mit Konrektor Steven Behrens und der didaktischen Leiterin Doris Böttcher wieder komplett. Im Zuge der Weiterentwicklung der Schule sei entschieden worden, ab Jahrgang 9 eine Differenzierung nach Schulzweigen einzuführen.

Derzeit würden 50 Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Sprache an der Oberschule unterrichtet, darunter 40 Flüchtlinge. Zum 1. Februar sei eine Sprachlernklasse eingerichtet worden; hier werden elf unbegleitete minderjährige Flüchtlingen aus Steinkimmen betreut. Gliese wies darauf hin, dass die Förderung des Landes für eine Sozialpädagogen-Stelle voraussichtlich zu Jahresende ausläuft. Zugleich mahnte er eine Renovierung einiger Räume und die Verbesserung der technischen Ausstattung an.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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