Großenkneten /Ahlhorn Es sind zwei Neueinstellungen bei der Gemeinde Großenkneten, die jede auf ihre Weise für das Miteinander im multi-kulturell geprägten Ahlhorn wirken sollen. Andrea Schröder ist als neue Sozialpädagogin für die Integrationsarbeit angestellt, Liane Neese übernimmt befristet die Schulsozialarbeit und die Leitung der Hortgruppe an der Grundschule in Ahlhorn. Bürgermeister Thorsten Schmidtke und Erster Gemeinderat Klaus Bigalke stellten sie am Mittwochmorgen im Rathaus vor. „Ein Glücksgriff“, zeigte sich Schmidtke sehr zufrieden mit der Besetzung dieser Stellen.

61 Nationalitäten in der Gemeinde vertreten

24,2 Prozent ist aktuell der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund in der Gemeinde Großenkneten. Dabei ist zu bedenken, dass die Migranten nicht etwa gleichmäßig auf die Orte verteilt sind, sondern der weitaus größte Anteil der Migranten im Ort Ahlhorn lebt.

Nach aktueller Auswertung der Verwaltung leben 16 769 Einwohner in der Gemeinde, 12 699 Menschen haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 4070 Einwohner gehören einer anderen Nationalität an. In den Zahlen sind 1210 kurzfristig gemeldete Erntehelfer enthalten, die in der Regel längstens bis zu drei Monate gemeldet sind. Sie leben im Wohnpark auf dem Gelände des Metropolparks Hansalinie (Ex-Fliegerhorst) in Ahlhorn.

Die 4070 Einwohner mit Migrationshintergrund verteilen sich auf 61 Staatsangehörigkeiten. Die Polen bilden derzeit mit 1641 Frauen und Männern die größte Gruppe innerhalb der Migranten. Dann folgen die Rumänen mit 1188. Mit weitem Abstand belegen die Iraker Platz drei mit 315 Menschen vor den Litauern (158), Vietnamesen (119), Syrern (107), Bulgaren (89), Letten (62), Russen (50), Türken (37), Serben (33), Niederländern (29), Serbien/Montenegro (22), Italienern (19), Kosovaren (15), Montenegrinern (14), Mazedoniern (11), Albanern (11), Kroaten (11). Alle weiteren Nationalitäten (mehr als 40) sind mit einer bis hin zu maximal neun Personen in der Gemeinde vertreten.

Zuschuss vom Bund

Besonders lang war die Vorgeschichte für die Stelle von Andrea Schröder. Schon im Oktober 2013 hatte die Gemeinde ihren Antrag auf eine Stelle für Integrationsarbeit beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt. Nach fast zwei Jahren kam jetzt die Förderzusage für die Konzeptionierung und Koordinierung des Migrationsprojekts „Leben im Viertel“. Der Bund übernimmt 75 Prozent der Kosten, die Kommune den Rest. Schmidtke zeigte sich sehr erfreut, dass es nun geklappt hat. Großenkneten hat damit als erste Kommune im Kreis eine derartige Stelle.

Halbe Stelle

Für die halbe Stelle, ausgestattet mit 19,5 Stunden die Woche, hatte es 14 Bewerbungen gegeben. „Alle waren sich einig, Andrea Schröder ist die richtige Person“, so Bigalke. Die 36-jährige Oldenburgerin hat nach einem Bachelor-Studium der Psychologie ein Master-Studium der Interkulturellen Psychologie abgeschlossen. Sie hat bei der Flüchtlingsarbeit in der Stadt Oldenburg schon Erfahrungen gesammelt, sowohl ehrenamtlich als auch als Honorarkraft. Diese Aufgaben in Oldenburg wird sie übrigens weiter wahrnehmen.

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Großenkneten kannte sie bisher vornehmlich von Ausflügen als Radfahrerin. Ihre erste Aufgabe sei es, alle an der Integrationsarbeit Beteiligten an einen Tisch zu holen, beispielsweise Schulen, Vereine, Ländliche Erwachsenenbildung und Kirchengemeinden und viele mehr. So soll das Netzwerk für die praktische Arbeit zur Integration der Migranten geknüpft werden.

Andrea Schröder hat ihr Büro im Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn an der Katharinenstraße. Sprechzeiten sind Montag, 14 bis 17 Uhr, sowie Mittwoch/Donnerstag, jeweils von 9 Uhr bis 12 Uhr (Telefon  0 44 35/38 89 13).

Zwei Aufgaben an Schule

Liane Neese, 47 Jahre, aus Drentwede, hat seit dieser Woche gleich zwei Aufgaben an der Grundschule Ahlhorn inne. Sie nimmt die Schulsozialarbeit mit 20 Wochenstunden wahr und mit 19 Stunden die Leitung des Hortes einschließlich der Betreuung der Kinder als Erstkraft. Es handelt sich um die Vertretung einer in Elternzeit gegangenen Mitarbeiterin. Neese verfügt über einen Bachelor-Abschluss im Fach Soziale Arbeit und leistete ihr staatliches Anerkennungsjahr an den Berufsbildenden Schulen des Landkreises in Wildeshausen.

„Das ist eine spannende Aufgabe“, so Neese über ihre ersten Eindrücke an der Ahlhorner Schule, die durch einen hohen Anteil an Migrationskindern geprägt ist. Sie möchte Kindern mit Auffälligkeiten helfen und setzt dabei besonders auf die Kooperation mit den Eltern.

„Soziale Kompetenzen fördern“, lautet ihr erklärtes Ziel. Dabei ist der Grundschulbereich für sie noch Neuland. Insgesamt hatte es sechs Bewerbungen für die Stelle vorlegen.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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