WILDESHAUSEN Es war ein wilder, krachender Auftakt, und vor allem einer, der das neue Lebensgefühl der 174 Abiturienten des Wildeshauser Gymnasiums vortrefflich widerspiegelte. Die Rede ist von jenem Moment, als eine Handvoll Schüler zu ihren Musikinstrumenten griff und in der Sporthalle Kid Rocks „All summer long“ anstimmte. Doch bevor es nun für die meisten der 18- und 19-Jährigen hinaus in die große weite Welt gehen dürfte, hieß es an diesem Tag auch noch mal kurz innehalten, die 13 beziehungsweise zwölf Schuljahre würdig zum Abschluss bringen und die Abizeugnisse entgegen nehmen.

Schnitt von 2,6

„Es ist Ihr Tag“, machte Schulleiter Ralf Schirakowski gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Genießen sollten ihn die Schüler, lautete sein Rat. Und natürlich dürfe man da auch aufgeregt sein. „Alles andere nehme ich Ihnen eh nicht ab“, scherzte er.

Doch bei aller Freude darüber, dass es wieder mal geschafft sei (es war der 28. Abiturjahrgang am Gymnasium), rief sich Schirakowski auch all die kritischen Stimmen in Erinnerung, die Zweifel hatten, ob ein doppelter Abiturjahrgang verwaltungs- und prüfungstechnisch zu stemmen sei. „Ich kann Ihnen (den Skeptikern) sagen: Es ist gelungen. Sehr gut sogar.“

Um diese Aussage zu untermauern, präsentierte er eindeutige Fakten: „Laut Statistik haben wir einen Abidurchschnitt von 2,6 erzielt. Das ist ein Schnitt, den wir auch in den vergangenen Jahren stets erreicht haben“, verkündete der Schulleiter

nicht ohne Stolz.

Chancen

Eine Art „Motivationsrede“ an die jungen Leute hielt Landrat Frank Eger. Er listete die Vorteile auf, die eine doppelte Anzahl Abiturienten für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten. In Zeiten, wo händeringend qualifiziertes Personal gesucht werde, könne die Wirtschaft nun aus dem Vollen schöpfen. Eger sprach von einer „tollen Ausgangssituation“, die jede Menge Chancen für kommende Berufseinsteiger biete. Mit warmen und sehr persönlichen Worten entließ der Landrat die Abiturienten in ihre Zukunft: „Und wenn Sie mal auf die Nase fallen (und das wird passieren), dann stehen Sie gefälligst auch wieder auf.“ Neben den „offiziellen“ Grußansprachen kamen aber auch die Abiturienten zu Wort: Für die Schülerschaft sprachen Benedikt Reinke und Finn Schachtschneider. In einer humorvollen Rede verglichen sie ihre Schule mit einem Piratenschiff, an dem auch Frauen an Bord willkommen seien. („Gut, dass man so ein Boot nicht rückwärts einparken kann.“)

Laut und rockig hat sie angefangen – die Abientlassungsfeier. Mit eher leisen und nachdenklichen Tönen klang sie aus. „Hey Jude, don’t make it bad“, sang der Chor. Ein bewegender Abschluss für die 174 jungen Menschen, die auf der Schwelle zu etwas Neuem stehen.

Mirja Zipfel Friesoythe / Redaktion Münsterland
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