Wildeshausen /Harpstedt Sie war kurz, aber intensiv – so beschreiben die ehemaligen Schülerinnen der Landwirtschaftsschule ihre gemeinsame Zeit. Die Mädchenabteilung war nur ein halbes Jahr zusammen, im Winter 1960/61. Trotzdem treffen sie sich jetzt, mehr als 50 Jahre später, jedes Jahr. Zuletzt kamen sie am Donnerstag zusammen. Meike Thöle, Annefried Meyer und Irmgard Brinkmann hatten ein passendes Programm auf die Beine gestellt.

Im Hotel Wasserburg in Harpstedt begann das Treffen so, wie man es sich bei einer Mädchenabteilung vorstellt: Es wurde wild durcheinander geredet und erzählt, zwölf Frauen schwelgten in lebendigen Erinnerungen an eine Zeit, die sich von der heutigen in so Vielem unterscheidet.

Die Jan-Huntemann-Schule war 1960 noch eine Schule für Jungen, dort wurde die Mädchenabteilung der Landwirtschaftsschule unterrichtet. „Unserer Lehrerin hat uns immer gesagt, wir sollen nicht so viel nach den Jungs gucken“, sagt die eine, und „Die Jungs haben immer den verbrannten Kuchen bekommen“, ergänzt die andere. Die Frauen waren damals zwischen 18 und 20 Jahre alt und lernten Kochen, Handarbeiten, Ernährung, Nähen, Melken per Hand, Wäschepflege und mehr. Anfang der 1960er Jahre waren die Frauen in der Landwirtschaft fast ausschließlich für die Haushaltsführung zuständig. „Früher haben unserer Männer nie gekocht“, kommentiert eine Anwesende mit einem herzlichen Lachen. Zum Unterricht gehörte außerdem viel Theorie, von der Düngung über die Gartenarbeit bis zur Tierhaltung und –zucht.

Gut erinnern können sich die ehemaligen Klassenkameradinnen an die Aufgabe, ein Kleid selbst zu nähen, und es dann beim Abschlussball zu tragen. Rosa-Kariert war der Stoff, das wissen sie noch genau. Eine der Frauen hat später eine Decke aus ihrem Kleid genäht, die bis heute besitzt.

Die Schule war für die Mädchen nicht die einzige Aufgabe, daneben hatten die meisten Mädchen auf dem Hof der Eltern noch viel zu tun – am Morgen und am Abend.

Den Abschluss in „ländliche Hauswirtschaft“ haben alle mit „Gut“ bestanden. In der Landwirtschaft sind die meisten der ehemaligen Schülerinnen geblieben. Auch wohnen die meisten noch in Wildeshausen, in der Gemeinde Dötlingen und der Samtgemeinde Harpstedt. Eine Frau war zum Klassentreffen aus Berne (Landkreis Wesermarsch) gekommen, eine andere aus Apen (Landkreis Ammerland).

Nach dem Essen in der Wasserburg besuchten die Frauen das Koems-Gelände.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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