Betrifft: „Schulen wollen nicht tauschen“ (NWZ vom 26. und 27. Januar)

Die Stadt Wildeshausen ist in Bezug auf die Raumnot der Grundschulen keinen Schritt weiter und die Emotionen kochen mal wieder hoch.

Bei allem verständlichen Unmut der Elternvertreter der St.-Peter-Schule über einen möglichen Umzug, ärgern mich persönlich der Druck auf die Tränendrüse (...) und die falschen Tatsachen, die dabei in den Umlauf gebracht werden.

Richtig ist: Das Hunteschulgebäude an der Heemstraße war vor etwa 15 Jahren nicht mehr für die Wallschule geeignet. Falsch ist hingegen, dass das Gebäude zu alt war. Vielmehr war es für die dreizügige Grundschule mit wachsenden Schülerzahlen schlichtweg zu klein. (...)

Richtig ist auch, dass der Wallschule vor einigen Jahren Räume in der Hunteschule angeboten wurden, um der Raumnot entgegenzuwirken. Es ist allerdings ein gewaltiger Unterschied, ob eine Schule in der Gesamtheit umzieht oder ob eine Schule räumlich an zwei Standorten geführt wird. (...) Zudem (...) hätte man die Wallschule damit dauerhaft in einer unzulässigen Fünfzügigkeit belassen. Ein sehr bequemer Weg, den die Stadt nur allzu lange geduldet hat. (...)

Vielleicht lohnt in diesem Zusammenhang ein Blick in den Nachbarkreis Vechta. Dort mussten im vergangenen Schuljahr die Sprachheilklassen der Elisabethschule die Räume der Overberg-Grundschule verlassen, da diese Eigenbedarf hatte. Die insgesamt neun Klassen sind daraufhin nach Lohne umgezogen und teilen sich seit Beginn des Schuljahres das Gebäude (...) mit der Marienschule Lohne (Förderschule Lernen). (...) Nach einem halben Jahr Praxis kann man festhalten, dass es bisher keine nennenswerten Konflikte gab. (...)

Allzu viele Sorgen über einen Umzug brauchen sich die Eltern der St.-Peter-Schule aber sicher nicht machen (...). Dass man im Rat nicht vor Klientelpolitik zurückschreckt, hat ja nicht zuletzt die Entscheidung zur Hunteabbruchkante gezeigt.

Ina-Maria Aßmann Wildeshausen

Es gibt Kinder, die an der Hunteschule unterrichtet werden, bei denen die Inklusion im schulischen Sinne nicht umzusetzen ist. Das Gegenteil ist bei diesen Kindern der Fall. (...) Die meisten von ihnen würden an einer inklusiven Regelschule keinen Abschluss erhalten, so dass ihnen ein Berufseinstieg nicht möglich sein wird. (...)

An der Hunteschule wird in kleinen Gruppen von acht bis zwölf Schülern großartige Arbeit geleistet, gerade deshalb hat sie in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs erfahren, von Kindern, deren Eltern sich nach einem langen Leidensweg der inklusiven Beschulung für eine Förderschule entschieden haben.

Jedes Kind erhält individuell angepasste Lernaufgaben, um den größtmöglichen Lernerfolg zu erzielen. Die Kinder erhalten so positives Feedback und gewinnen zunehmend Lust am Lernen. Dies ist an einer Regelschule nicht möglich (...). Eine Begleitung der Lehrkraft an der Grundschule für zwei Stunden pro Woche pro Kind durch eine sonderpädagogische Lehrkraft bringt wenig Nutzen. (...)

Gerade unsere Wildeshauser Kinder mit Förderbedarf benötigen Verlässlichkeit und Beständigkeit, die ihnen der sonderpädagogische Förderzweig Lernen an der Heemstraße wohnortnah bietet.

Für eine Kreisstadt wäre es ein enormer Rückschritt, auf ein Förderzentrum mit Sonderpädagogischer Beschulung aus Kostengründen und nur aus räumlicher Not der Stadt, die zumal durch die Veränderung der Einzugsgrenzen für die nächsten Jahre behoben ist, zu verzichten. Vor allem nachdem die Standorterhaltung in der Kreisstadt von allen Gremien vor einigen Jahren beschlossen wurde.

Statt diesen Standort zu schließen, plädiere ich auf die Erhebung des Förderbedarfs Lernen an den Grundschulen, um eine Einschulung weiterer fünfter Klassen an der Förderschule anzustreben. Zudem sollte zur Entlastung der umliegenden Schulen über eine Angliederung des Schwerpunktes ESE an der Hunteschule als Förderzentrum nachgedacht werden.

Anke Repke-Wingenbach Wildeshausen

Betrifft: „Trampelpfad ist mit Sträuchern bepflanzt“ (NWZ vom 15. Dezember)

„Geschlossene Gesellschaft“ heißt es, wenn zum Beispiel ein Lokal wegen einer Hochzeitsgesellschaft geschlossen hat. Das Schild „Geschlossene Gesellschaft“ dürfte künftig auf Dauer an der Hunte-Abbruch-Kante (HAK) stehen; denn unsere HAK- Anlieger möchten dieses schöne Stück Wildeshausen auf Dauer nur für sich in Anspruch nehmen. Den Segen dafür haben sie sich jedenfalls von unserer GroKo (CDU+SPD) unter Kopfnicken der Verwaltung (?) erbettelt. Wir „Rest- Wildeshauser“ (circa. 99.9999 Prozent) sind hier unerwünscht. Wegen eben der „geschlossenen Gesellschaft“ zählen wir alle nun zur „ausgeschlossenen Gesellschaft“ – in der eigenen Stadt. Ausgeschlossen durch eine Ratsmehrheit und die eigene Verwaltung (?). Danke! Während Vertreter der HAK-Anlieger zum Ortstermin geladen waren, wurde über die Köpfe der „ausgeschlossenen Gesellschaft“ hinweg die Installation des Sperrzauns durch Bepflanzung entschieden: der Schutzwall gegen Restwildeshausen! (...)

Ein Schutzwall aus Sträuchern soll nun klare Verhältnisse schaffen? Alle Klüngel-Partner sollten sich schämen. Scham? Diesen Begriff kennt deren Wortschatz offensichtlich nicht.

Liebe GroKo, liebe Verwaltung. Irgendetwas ist hier doch wohl gründlich aus dem Lot geraten, oder?? Wollt ihr für Wildeshausen wirklich eine Zweiklassengesellschaft? Hört ihr nur die Beschwerden einiger Anlieger, die offensichtlich doch nur einen unabhängigen Ratsherren meinen können?

Habt ihr noch immer nicht realisiert, dass alle Bürger zu dieser öffentlichen Grünfläche Zugang haben müssen, was bis heute der immer noch gültige B-Plan beinhaltet? Dieser schmutzige Deal zwischen HAK-Anliegern, GroKo und Verwaltung spricht Bände. Es gibt keinen einzigen Grund, dieses schöne Stück Wildeshausen einseitig zum „Logenplatz weniger HAK-Anwohner“ durch Parteibuch-Geklüngel umzufunktionieren.

Diese „Riesensauerei“ jedenfalls wird euch noch lange beschäftigen. Garantiert.

Leo Kurth Wildeshausen

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.