Wildeshausen Hilferuf aus der Holbeinschule in Wildeshausen: Am Montag musste die Grundschule elf Flüchtlingskinder aufnehmen, fünf weitere werden noch erwartet. Das Problem ist nicht nur, dass die Mädchen und Jungen kein Deutsch sprechen; sie haben auch keine Schultasche.

Da erinnerte sich Konrektorin Inke Bajorat an ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Handels- und Gewerbevereins Wildeshausen, Kaufmann Johannes Lenzschau. Der hatte Bajorat seine Hilfe angeboten, wenn der Schuh mal drückt. Nun ist es so weit.

Gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus und der DRK-Kleiderkammer haben Johannes und Wiebke Lenzschau die Aktion „Schulranzen sammeln“ gestartet. „Es gibt viele Kinder, die in der dritten Klasse ihren Ranzen nicht mehr cool finden und deshalb einen neuen bekommen“, weiß Johannes Lenzschau aus Erfahrung. Dieses Potenzial an gebrauchten Schultaschen möchten die Initiatoren nutzen, damit alle Flüchtlingskinder in Wildeshausen einen Ranzen bekommen.

Wer eine gut erhaltene Schultasche spenden möchte, kann sie im Mehrgenerationenhaus (montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr) an der Bahnhofstraße oder im Geschäft Schnittker am Markt an der Westerstraße abgeben. Sandra Scholz, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, wird sich mit den Schulen in Verbindung setzen, damit die Taschen neue Besitzer finden.

Um sofort helfen zu können, spendete das Ehepaar Lenzschau zwölf neue Schulranzen für die Holbeinschule. Die Grundschule hatte schon vor Monaten eine Versammlung mit Eltern einberufen und überlegt, wie den Flüchtlingskindern geholfen werden kann. „Wir haben eine engagierte Elternschaft“, ist Bajorat froh. So seien zum Beispiel schon Turnschuhe, Tuschkästen und Buntstifte gespendet worden.

Die Wallschule hat nach Aussagen von Rektorin Roswitha Remmert seit Januar 26 neue ausländische Grundschüler aufgenommen. Darunter sind auch diverse Flüchtlinge, die ebenfalls ohne Schultaschen dastehen.

Auch an der Hauptschule, der Realschule und am Gymnasium werden inzwischen Flüchtlinge unterrichtet. So hat die Realschule nach Angaben von Rektor Jan Pössel vor zwei Wochen vier Flüchtlingskinder zugewiesen bekommen. Insgesamt seien jetzt 22 Schüler ohne Deutschkenntnisse an der Realschule. Größtenteils seien es Flüchtlinge. Die Schule habe kurzerhand Kontakt zu den Maltesern in Wildeshausen aufgenommen und konnte von den dort abgegebenen Spenden profitieren, so dass die neuen Realschüler nun Schultaschen haben.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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