Bookholzberg Plastik begleitet uns als Thema alltäglich. Nicht nur, weil viele Lebensmittel darin verpackt sind, sondern auch, weil ein Bewusstsein für die resultierenden Umweltprobleme wächst. Der Landkreis Oldenburg hat für den November eine „Gelbe-Sack-Challenge“ zur Müllvermeidung ausgerufen.

Für Antje Dobrin-Stein und ihre Familie aus Bookholzberg ist daraus eine ganz eigene Herausforderung geworden: Unter dem Namen „Mom goes NO plastic“ – übersetzt: Mutter verzichtet auf Plastik – teilt sie in sozialen Medien Einblicke aus dem Selbstversuch, zuhause möglichst kein Plastik mehr zu verwenden.

Mutter hat die Ideen

„Der Name ist Programm“, erklärt Antje Dobrin-Stein. „Ich habe immer viele Ideen und meine Kinder sagen dann erstmal: Ist das dein Ernst?“ Am Ende machte aber die ganze Familie beim „Plastikfasten“ mit, auch ohne mütterlichen Zwang.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Anstoß für die Idee war nicht nur die Aktion des Landkreises, sondern auch ein Vortrag im Kulturhaus Müller in Ganderkesee zum Thema Plastikvermeidung. „Wir haben dann überlegt, wie wir das Thema für uns umsetzen können“, sagte Dobrin-Stein. Eindrücke davon werden in sozialen Medien im Internet geteilt, was größtenteils die Töchter Sophie und Hannah übernehmen.

Zum Selbstversuch gehört bei den Dobrins aber mehr, als an der Supermarktkasse auf eine Plastiktüte zu verzichten. „Ich achte beim Einkaufen auf die Verpackung der Ware, aber auch den Inhalt, zum Beispiel bei Shampoos“, so Antje Dobrin-Stein. Wenn ihr die Inhaltsstoffe nicht gefallen, bleibt die Ware im Markt.

Praktische Hilfe beim Einkaufen ohne Plastik gibt das Smartphone: Mit einer speziellen App sind detaillierte Informationen über Inhaltsstoffe von Kosmetik und Lebensmitteln sofort verfügbar. „Wir gucken damit auch, ob beispielsweise Palmöl in etwas drin ist.“

Von jetzt auf gleich komplett auf Plastik zu verzichten, sei allerdings kaum machbar, so Dobrin-Stein. „Bei manchen Sachen ist es kaum zu vermeiden, auch wenn wir uns echt viel Mühe geben.“ Das eine oder andere Lebensmittel mit Plastikverpackung lande dann doch im Einkaufswagen. Aber es geht den Dobrins gar nicht um absoluten Verzicht. „Wir wollten einfach mal anfangen und gucken jetzt, was man sich so zumuten kann.“

Plastikdosen in den Keller

Auch wenn jetzt weniger Plastik ins Haus kommt, sind noch gewisse „Altlasten“ wie Küchenutensilien und Vorratsbehälter aus Kunststoff vorhanden. „Wir haben viel davon in den Keller verbannt“, erklärt Dobrin-Stein. Ein Wegschmeißen würde die Umwelt nicht entlasten, aber um die Aufnahme von Mikroplastik zu vermeiden, wird der Gebrauch auf die notwendigsten Teile beschränkt. „Wir benutzen zum Beispiel noch Brotdosen aus Plastik“, sagt Sophie Dobrin, die zusammen mit ihrer Schwester Hannah derzeit die neunte Klasse im Gymnasium Ganderkesee besucht.

Für manches Utensil im Haushalt findet sich jedoch ein plastikfreier Ersatz: Statt Frischhaltefolie kommt derzeit Bienenwachstuch zum Einsatz, um Brot frisch zu halten. „Ich dachte mir, die Folie muss weg“, so Antje Dobrin-Stein. Das einfach selber herstellbare Tuch halte bis zu einem Jahr und sei zudem antiseptisch.

Auch das Einkochen hat die Familie für sich wiederentdeckt. „Die Großmutter hat es ja bereits gemacht“, sagt Dobrin-Stein. Haltbares aus dem Glas ist nicht nur umweltfreundlich, sondern zudem auch bequem: „Wenn wir von der Schule kommen, können wir uns schnell etwas warm machen“, wissen Sophie und Hannah Dobrin zu schätzen.

Alle drei Frauen bestätigen, dass sich durch die Beschäftigung mit dem Plastikverzicht auch das eigene Bewusstsein geändert hat. „Wenn man sich einmal umstellt, dann bleibt das auch so.“ Die familieneigene Aktion soll deshalb über die Gelbe-Sack-Challenge des Landkreises hinweg fortgeführt werden – und Mitmenschen zur Nachahmung ermuntern. In dieser Woche etwa wollen die Dobrins Tipps zum plastikfreien Einkauf im Internet teilen. „Es gibt viele kleine Schritte, die jeder tun kann“, sagt Antje Dobrin-Stein.


     www.bit.ly/plastikmutti 

Der große Wahl-Check Oldenburg
Sagen Sie uns Ihre Meinung und sichern Sie sich im Anschluss die Chance auf 5x 100 €-Gutscheine für den Nordwest-Shop.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Ostfriesland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.