Ganderkesee „Wissen Sie denn noch, wo Ihr Klassenraum war?“ – Lehrerin Astrid Pape-Westermann schaute am Sonnabendnachmittag fragend in die Runde der ehemaligen Schüler, die sie nun durch „ihre“ Grundschule an der Langen Straße führen wollte. Blitzschnell zeigten viele Finger auf zwei Klassenzimmer im Erdgeschoss: Natürlich wussten die Frauen und Männer noch, wo sie mit Griffeln auf Tafeln geschrieben und bei Hans Grundmann Rechnen gelernt hatten. 50 Jahre ist das her.

Kurt Oetken, Hartmut Schill, Waltraud Gildehaus und Alke Tönjes hatten es in die Hand genommen, die ehemaligen Mitschüler einzuladen. Zwei Klassen mit etwa 50 Schülern seien sie bei der Entlassung aus der Schule im Jahr 1965 gewesen, erinnerte sich Schill. 39 davon kamen jetzt zum Wiedersehen.

An dessen Anfang stand eine Spurensuche am „Tatort“. Ob denn in der Grundschule noch etwas an die eigene Schulzeit erinnerte? Sofort fiel den Gästen das Parkett im Klassenzimmer der 3a ins Auge: „Ja, das ist noch dasselbe“, bestätigte Pape-Westermann. Aber da war noch mehr. Zum Beispiel das Reiher-Mosaik in der Aula, „das stammt vom Lehrer Robert Lang“, wusste Schill. Der habe es aus Fliesen gefertigt. Oder die darüber hängende Schuluhr, das massive Keramik-Becken, der Ortsplan im Obergeschoss – so manches rief Erinnerungen wach.

Für viele der Ehemaligen hatte die Schulzeit allerdings nicht an der Langen Straße, sondern 1956 in der (heute nicht mehr existierenden) Steinschule an der Bergedorfer Straße begonnen. 1958 folgte der Umzug in das damals neue Gebäude an der Langen Straße.

„Sonnabends gegen 11 Uhr wurde geduscht, jede Klasse für sich“, erinnerte sich Kurt Oetken. Der Hintergrund sei klar: Viele Haushalte hätten in diesen Jahren weder Dusche noch Badewanne besessen. „Viele hatten noch Plumpsklosetts“, ergänzte Schill.

Als pragmatisch blieb der Mathematik-Unterricht von Hans Grundmann in Erinnerung. Der habe das Kopfrechnen mitunter im eigenen Garten am Brookdamm veranstaltet, erzählte Waltraud Gildehaus. „Wer die richtige Antwort wusste, bekam eine Pflanze.“ Auf diese Weise sei sie als Schülerin zu einem Essigbaum gekommen, für Schill gab’s eine „Ferkelnde Sau“ (Goethepflanze).

„Richtig toll“ seien die Ausflüge gewesen, zu Hagenbecks Tierpark in Hamburg etwa, nach Engelmanns Bäke, an die Thülsfelder Talsperre oder nach Jaderberg,, findet Alke Tönjes. Damals sei es üblich gewesen, dass die Eltern mitfahren durften.

Und ihr Fazit? „Schön“ sei die Schulzeit gewesen – „und streng“.


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Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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