Ahlhorn Winzig kleine Buchenpflänzchen liegen aufeinander gestapelt und warten darauf, im Waldboden vergraben zu werden. Zwölf Schüler der Volkshochschule (VHS) Wildeshausen buddeln fleißig mit speziellen Pflanzspaten Löcher für die Jungpflanzen in den „Urwald Baumweg“ in Ahlhorn. Bei den Teilnehmern handelt es sich um Jugendliche aus Syrien und dem Iran und Bulgarien, aber auch aus Deutschland. Die 18- bis 25-Jährigen möchten mit dem Projekt „Hasa“ ihren Hauptschulabschluss erwerben und haben im Zuge des Werkunterrichts bei Christoph Essing nun drei spannende Ausflüge auf dem Zettel.

Das Projekt „HASA“ der Volkshochschule

Hasa steht für das Projekt „Mit dem Hauptschulabschluss in die Ausbildung“.

In etwa 1000 Stunden werden Geflüchtete, zugereisten EU-Bürger und auch deutsche Teilnehmer auf die Anforderungen, die der nachträgliche Erwerb des Hauptschulabschlusses stellt, vorbereitet.

Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmenden optimal vorzubereiten. Eine anschließende Vermittlung in eine Ausbildungsstelle wird während des Kurses unterstützt.

Inhalte sind Mathematik, Deutsch, Politik, Biologie und ebenso gestaltendes Werken.

Werken ist für die Teilnehmer des Hasa-Projektes ein Prüfungsfach. In diesem ist die Unterrichtseinheit mit dem Titel „Vom Baum zum Tisch“ verankert. Es werden im Zuge dessen drei Exkursionen durchgeführt.

Eine Waldexkursion samt Pflanzaktion, der Besuch eines Sägewerkes und einer Tischlerei soll den Schülern den Zusammenhang vermitteln.

Verschiedene Ausflüge

Die Exkursion, gemeinsam mit dem Forstamt Ahlhorn, ist der Start des Projektes „Vom Baum zum Tisch“. Angeleitet werden die zwölf Schüler von Horst Wieting, Waldpädagoge und Förster. „Es geht darum, den Jugendlichen die Zusammenhänge klarzumachen“, erklärt Wieting das Konzept des Projektes. Daher sollen in den kommenden Tage auch noch Besuche in einem Sägewerk und einer Tischlerei anschließen. „So können die Schüler den Weg des Holzes mitverfolgen und miterleben, mit welchen Mitteln und Techniken es verarbeitet wird“, so Essing weiter.

Buchen neu eingepflanzt

Doch nicht nur das Neupflanzen der Buchen durften die Schüler mit begleiten, auch das Fällen eines Baumes, der von Käfern befallen war, stand auf dem Programm. „Da waren alle ganz begeistert. Kettensäge und schweres Gerät waren scheinbar sehr interessant“, freut sich Wieting. Das sei das Prinzip der Nachhaltigkeit in einem Wald. „Man darf eben nie mehr ernten beziehungsweise fällen, als man nachpflanzt“, geht der Waldpädagoge in die Tiefe.

Motivierte Schüler

Was beim Graben der Löcher auffällt: Die ersten 20 Zentimeter des Waldbodens sind durchfeuchtet durch den Regen und Schnee der vergangenen Tage, doch darunter ist noch alles komplett trocken durch den heißen Sommer. „Im Falle des Waldes ist es nicht ganz so dramatisch“, weiß Wieting, „denn die Wurzeln der Bäume gehen sehr tief.“ Aber es zeige doch, wie ausgetrocknet die Natur nach all den Monaten sei.

„Es machen echt alle sehr gut mit. Obwohl es so kalt ist, sind alle wirklich motiviert“, freut sich Essing über den Einsatz seiner Schüler.


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Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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