WARDENBURG Die Pläne des Niedersächsischen Kultusministeriums, flächendeckend Oberschulen mit gymnasialem Zweig einzurichten, trifft beim Oldenburger Philologenverein auf scharfe Ablehnung. In einem Beschluss hat das Sprachrohr der Gymnasiallehrer auf seiner Konferenz am Montagnachmittag im Wardenburger Hof den Landesverband einstimmig aufgefordert zu einer entschiedenen Opposition gegen die Oberschule, eine aktive Informationspolitik und das Einsetzen für ein breites Bildungsangebot.

„Die Gymnasien haben in letzter Zeit massive Einschnitte wie das Abitur nach zwölf Jahren hinnehmen müssen. Jetzt haben wir endlich wieder etwas Ruhe, schon kommt die nächste Axt“, kritisiert der stellvertretende Vorgesetzte des Oldenburger Philologenvereins, Nils-Christian Heins, die jüngste Entwicklung. Der Philologenverband Niedersachsen teilt die Bedenken gegen die Oberschulen vollständig. Dessen Geschäftsführer Roland Neßler (74), der ebenfalls ins Wardenburg vor Ort war, spricht von einer „Mogelpackung“, die die Landesregierung auf den Weg bringen wolle.

„Unterricht auf gymnasialem Niveau, der am Ende das Wort Abitur verdient, gibt es dann nur noch in Deutsch, Mathematik und Englisch“, warnt er vor Oberschulen, die bis zum zwölften Jahrgang führen könnten. Mit jeder Oberschule mehr sinke an allen weiterführenden Schulen zwangsläufig die Schülerzahl. An den jetzigen Gymnasien werde damit in der Konsequenz die Breite des Fächerangebots bedroht.

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Der Philologenverband setzt weiter auf eine „begabungsgerechte Schulstruktur“ und sieht im Falle der Oberschulen mit gymnasialem Zweig bloß eine neue Variante der Gesamtschulen kommen. „Die Erfahrungen mit Orientierungsstufen haben gezeigt, dass am Ende ein Lernrückstand von mindestens einem Jahr bestehen wird“, sagt Geschäftsführer.

Neßler, der bis zu seiner Pensionierung 2002 ein großes Gymnasium bei Hannover leitete, ist überzeugt, dass das „böse Erwachen“ bei Schülern und Eltern vorprogrammiert ist. Spätestens beim Zentralabitur und im Studium werde sich der Qualitätsverlust in der Bildung zeigen. Kultusminister Dr. Bernd Althusmann versuche offensichtlich, den Wunsch der Eltern und Kommunen nach lokalen Gymnasien zu verwirklichen. „Einen Schulfrieden wird er so nicht erreichen“, ist Neßler sicher, „Der Versuch, es allen recht zu machen, muss scheitern und ist politisch ziemlich naiv.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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