Betrifft: „Im Schutzanzug zu den Hähnchen“ (NWZ  vom 13. August)

Es wird der Eindruck vermittelt, als wäre die Welt der hiesigen Hähnchenmassenproduktion noch in bester Ordnung – und man die unwissende, lediglich durch Desinformation infolge negativer Medienberichte, völlig verirrte Bevölkerung, durch „Transparenz in der Geflügelwirtschaft“ nur wieder auf den Pfad von Wahrhaftigkeit und Objektivität zurückführen müsse, was denn auch mit einer Stallführung durch Mitarbeiter des Wissenschafts- und Informationszentrums für Nachhaltige Geflügelwirtschaft aufs Trefflichste gewährleistet wurde.

Antibiotikagaben? Nein, Fehlanzeige. Die Hähnchen würden lediglich präventiv geimpft und nur mit Medikamenten behandelt, wenn es unbedingt nötig sei. Die Praxis lehrt jedoch, dass es wohl sehr oft „nötig ist“. Denn 96,4 % der Hühner in NRW enthalten Antibiotika mit bis zu acht unterschiedlichen Wirkstoffen. Diese Studie über Zustände in der Geflügelmast lässt sich auf ganz Deutschland übertragen, da sie sich von anderen Bundesländern nur unwesentlich unterscheidet.

Dazu Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, mit einem Beispiel: „Wenn mehr als 20 überzüchtete Tiere mit schwachen Immunsystemen auf einen Quadratmeter zusammengedrängt werden, muss sich niemand wundern, wenn Antibiotikaeinsatz zur Routine wird.“ Also kann jeder für sich entscheiden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Ausnahme von der Regel im konkreten Fall anzusiedeln ist. Rein rechnerisch liegt sie jedenfalls bei 3.6 Prozent (....).

Sabine Junge 27798 Hude

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