Ofenerdiek „Haben Sie nicht jemanden, der mir manchmal kurz im Haushalt helfen kann?“ Oder: „Kennen Sie nicht irgendwen, der mal mit mir ins Museum geht?“ Solche Fragen hört das Ofenerdieker Pastorenteam Aliet Jürgens und Stefan Föste auf Hausbesuchen bei älteren Menschen oft. Bisher konnten die Seelsorger nur Ratschläge geben, ortsnahe Hilfe jedoch nicht anbieten. Konkrete Unterstützung rückt aber näher.

Mit viel Erfahrung

Denn nun bekommt auch der hohe Norden der Stadt einen Stützpunkt der offenen Altenhilfe. Im Gemeindehaus am Langenweg 165 der Evangelischen Kirchengemeinde Ofenerdiek öffnet bald die Seniorenbegleitung Oldenburg Nord – SON. Das Pedant dazu ist die Seniorenbegleitung Oldenburg Süd – SOS in Trägerschaft der Kirchengemeinde Osternburg. Zu der wiederum gehört auch das Bümmersteder Senioren-Büro (BSB). Dabei handelt es sich um das erste Stadtteilprojekt der offenen Altenhilfe der Stadt Oldenburg. Eröffnet wurde es im Dezember 2008. Im Stadtsüden kennt man sich also schon lange mit der wohnortnahen Beratung und Unterstützung von Senioren aus.

„Das ist unser Glück. Wir werden an die Hand genommen“, sagt der Ofenerdieker Pastor Stefan Föste. Denn es gibt tatkräftige Hilfestellung aus dem Süden für das Projekt im Norden. Zunächst einmal läuft die Seniorenbegleitung Nord auch in Trägerschaft der Kirchengemeinde Osternburg. „Ein Jahr lang. Ab 2021 übernimmt die Gemeinde Ofenerdiek“, erklärt Claudia Oeljeschläger einen Aspekt dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Ein weiterer ist, dass die Altenpflegerin und Pflegeberaterin, die eigentlich die Seniorenbegleitung SOS leitet, ein Jahr lang auch für die SON arbeiten wird. Ihr zur Seite steht die Krankenschwester Meike Köhne-Tschigor, die gerade eine Ausbildung zur Pflegeberaterin absolviert.

Den Hintergrund für die Entscheidung, sich in Ofenerdiek zu engagieren, erklärt Claudia Oeljeschläger: „Im vergangenen Jahr habe ich in den SOS-Arbeitsgruppen immer wieder gehört, dass es im Stadtnorden mit der Beratung schwierig ist. Vom Süden aus konnten wir das schlecht abdecken. Wir arbeiten aber schon eng mit der Caritas zusammen, die ihren Seniorentreffpunkt in Nadorst hat.“ Es wurde schließlich ein Antrag auf offene Altenhilfe bei der Stadt gestellt – wegen der Finanzierung. Zusammen mit Susanne Müller, die das Bümmersteder Senioren-Büro leitet, wurden die Inhalte des Projektes entworfen. „Wir haben die Zusage für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn bekommen“, erklärt Pastorin Aliet Jürgens.

Einzigartige Kooperation

Alle Beteiligten sprechen von einer einzigartigen Kooperation. Denn die Gemeindekirchenräte im Süden wie im Norden zogen auch sofort mit an einem Strang. „Wir finden, das ist eine Supersache“, sagt Petra Volkmer, Mitglied des Ofenerdieker Gemeindekirchenrats. Und so wurde im Haus am Langenweg ein Büro zur Verfügung gestellt. „Das wird noch richtig eingerichtet“, entschuldigt Stefan Föste das karge Mobiliar. „In Osternburg hatte ich anfangs eine Abstellkammer“, sieht Claudia Oeljeschläger die Lage ganz gelassen.

Neun Stunden in der Woche wollen sie und Meike Köhne-Tschigor künftig als offene Büro-Sprechzeiten anbieten. Der Rest der insgesamt 30 Wochenstunden soll für Hausbesuche, zur Vermittlung von Verabredungen usw. verwendet werden. „Beratung, Begleitung und Veranstaltungen hier im Haus“, fasst Stefan Föste die drei Säulen des SON zusammen.

Meike Köhne-Tschigor erklärt: „Wir haben für Leute mit Hilfsbedarf eine Lotsenfunktion durch den Dschungel der Bürokratie. Zum Beispiel, wenn es um die Pflegegrade geht. Was gibt es für Unterstützung und was steht einem zu?“ Die Ausbildung von Sozialbegleitern, die Entlastung pflegender Angehöriger sind weitere Aufgabengebiete. Aber nicht nur Alltagsbegleiter (die eine Schulung absolvieren müssen und auch ein Aufwandsentschädigung erhalten) werden gesucht, sondern auch ehrenamtliche Kulturbegleiter. „Die mal für ein Gespräch, einen Gesellschaftsspiel oder ein Museumsbesuch bereit sind. Das hilft gegen Vereinsamung.“

Noch ist alles im Aufbau in Ofenerdiek. Einen ersten Termin zum Kennenlernen gibt es aber. Zum Neujahrsempfang der Seniorenbegleitung Oldenburg Nord – SON wird für Mittwoch, 22. Januar, 17 Uhr, ins Haus am Langenweg 165 eingeladen.

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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