Nordenham /Butjadingen Gaststätten müssen schließen, der Tourismus kommt zum Erliegen. Kultur und Vereinssport werden auf Eis gelegt. Ab nächstem Montag gelten für vier Wochen die verschärften Corona-Regeln. Die NWZ hat nachgefragt, was das für die betroffenen Betriebe und Einrichtungen bedeutet.

Gastronomie

„Für unsere Gastronomie ist das wieder ein ganz harter Schlag“, sagt Ilona Tetzlaff, Geschäftsführerin von Nordenham Marketing & Touristik. Sie appelliert an die Nordenhamer, die Gastronomen weiter zu unterstützen und Lieferdienste und Außer-Haus-Verkäufe in Anspruch zu nehmen.

Rolf Schürmann, Geschäftsführer von Café Lohmann an der Bahnhofstraße, bezeichnet den zweiten Lockdown als „massiven Einschnitt“. Er verstehe nicht, wieso das Problem auf dem Rücken der Gastronomie ausgetragen wird. „Natürlich muss jeder einen Beitrag leisten“, sagt er, „aber bei uns können die Regeln sehr gut eingehalten werden.“ Der Außer-Haus-Verkauf wird im November fortgesetzt. Dieser allein reiche aber nicht aus.

Wie geht es weiter, wenn der Lockdown über den November hinaus und vielleicht sogar bis Ende des Jahres andauern sollte? Soweit kann und möchte der Konditormeister gar nicht denken. „Wir waren froh, dass wir uns während des ersten Lockdowns einigermaßen über Wasser halten konnten“, sagt er. „Eine Schließung bis Ende des Jahres wäre unvorstellbar.“

Tourismus

Der Tourismus in Butjadingen hatte bereits beim ersten Lockdown massive Einnahmeverluste verbuchen müssen. Nun trifft es die Branche erneut hart. Tourismus-Service Butjadingen (TSB) erwartet an diesem Freitagnachmittag eine Landesverordnung als Folge der am Mittwoch gefasten Beschlüsse. Danach will Geschäftsführer Robert Kowitz verkünden, was in der Feriengemeinde in den nächsten Wochen nicht mehr geht. Fest steht indes bereits jetzt, dass ab Montag keine Gäste mehr zu touristischen Zwecken beherbergt werden dürfen. „Eine spannende Frage ist noch, wie lange die Gäste bleiben dürfen, die dieses Wochenende anreisen“, so Robert Kowitz.

Center Parcs wird ab Montag seinen Park Nordseeküste in Tossens schließen. „Das ist bitter“, sagt Generalmanager Mark Schuur, „wir haben alles dafür getan, dass wir nicht an den Punkt kommen, an dem wir jetzt wieder sind“. Für die Maßnahmen hat er gleichwohl Verständnis. Aktuell sind noch rund 1000 Gäste im Park, die am Montag abreisen werden. Allen Gästen, die für die kommenden Wochen gebucht hatten, sagt Center Parcs jetzt ab – in der Hoffnung, dass sie nicht stornieren, sondern wenigstens umbuchen.

Kultur

Auch die Jahnhalle ist von den neuen Corona-Regeln betroffen. Alle für den November geplanten Veranstaltungen sind gestrichen. Und so muss das für den 14. November geplante Comeback der Nordenhamer Band Jauches Grubenorchester verschoben werden. Gleiches gilt für das Konzert mit der Nordenhamer Gruppe Jasch, die am 28. November spielen sollte. Das für diesen Freitag geplante Konzert mit der Gruppe Chapeau Manouche findet wie geplant statt, teilt Jahnhalle-Mitarbeiter Sven Lüdke mit.

Er hält es für sinnvoll, dass die Politik auf die steigenden Infektionszahlen reagiert. „Ich würde mir aber etwas mehr Augenmaß wünschen“, sagt er. Aus seiner Sicht ist es nicht notwendig, den Kulturbetrieb komplett auf Eis zu legen. „Großveranstaltungen, bei denen sich die Leute in den Armen liegen, sind natürlich kein Thema. Aber wir haben in der Jahnhalle ein ausgeklügeltes Hygienekonzept erarbeitet. Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit sich bei uns anzustecken, ist geringer als im Supermarkt.“

Sport

Auch die Sportvereine müssen im November ihren Betrieb einstellen. Natürlich ist der Vorsitzende des Blexer Turnerbundes, Rolf Bultmann, alles andere als glücklich darüber. Er hofft, dass die BTB-Mitglieder dem Verein auch während des zweiten Lockdowns treu bleiben. „Austritte hat es wegen der Einschränkungen bisher nicht gegeben“, berichtet der Vereinschef.

Rolf Bultmann hat Verständnis dafür, dass die Politik auf die steigenden Infektionszahlen reagieren muss, auch wenn sich über einzelne Maßnahmen streiten lässt. „Wichtig ist, dass der erneute Lockdown auch etwas bewirkt. Vier Wochen können wir durchhalten. Aber wenn es länger dauert, weiß ich nicht, ob alle Mitglieder wieder zurückkommen.“ Für diesen Fall sieht der BTB-Vorsitzende große Probleme auf die Sportvereine zukommen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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