Nordenham Am Tag danach hat sich der politische Reklamewald schon deutlich gelichtet. Viele Wahlplakate sind bereits abgetakelt und aus den Straßen verschwunden. Es fällt allerdings auf, dass ausgerechnet die FDP-Poster noch reichlich vorhanden sind. Womöglich sitzt bei den Liberalen der Schock nach der Niederlage so tief, dass sie am Montag noch nicht die Energie für die Aufräumarbeiten aufbringen konnten. Bei der FDP, die in Nordenham bei der Abstimmung über den Bundestag von 11,3 auf 3,8 % abgesackt ist, dürfte die Wahlanalyse schmerzlich ausfallen. Die Auswertung der Stimmlokalergebnisse zeigt auf, dass es die Liberalen in Schweewarden (-13,2 %) und in der Abbehauser Schule (-10,2 %) besonders schlimm erwischt hat.

Das FDP-Drama spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass die Partei mit einem Minus von 4,2 Prozentpunkten im Wahlbezirk 3 (Südschule) noch den geringsten Verlust hinnehmen musste. In der Schule Atens kam die FDP auf ihr bestes Resultat (5,5 %) und in der Willehadschule (2,1 %) auf ihr schlechtestes.

SPD die Nummer eins

Ganz anders sieht die Sache bei der SPD aus, die sich mit einem Zuwachs von 6,6 % auf 43,2 % als Wahlsiegerin auf Stadtebene fühlen darf. Die größten Gewinne verbuchten die Sozialdemokraten in Einswarden (+13,0 %) und in der Atenser Schule (+12,4 %). In Einswarden holte die SPD mit einem Anteil von 53,9 % auch ihr bestes Stimmlokalergebnis. Den geringsten Zuwachs erzielte die SPD in Ellwürden (+1,8 %), wo sie mit einem Anteil von 21,5 Prozent ohnehin blass blieb.

Die CDU, die sich gegenüber der Bundestagswahl 2009 im Stadtergebnis von 29,0 auf 34,6 % steigern konnte, hat ihre traditionelle Hochburg in Schweewarden erfolgreich verteidigt. Dort verbesserte sich die Union um 10,87 Punkte auf den Spitzenwert von 48,6 %. Ein noch größeres Plus verbuchte die CDU in der Willehadschule, wo sie sich um 12,9 Punkte auf 35,9 % verbesserte. Am schlechtesten schnitten die Christdemokraten im Mehrzweckhaus Einswarden ab. Dort beschränkte sich ihr Anteil auf 22,7 %.

Für die Grünen, die im Nordenhamer Gesamtergebnis von 8,0 auf 5,8 % zurechtgestutzt wurden, lief es in Blexen besonders schlecht. Im Stimmlokal Seniorenzentrum Blexen büßten sie 5,74 Prozentpunkte ein. Ein kleines Plus von 0,45 Prozent holten die Grünen in der Sozialstation, wo sie auch ihren höchsten Stimmenanteil (7,8 %) verzeichneten. Das Schlusslicht in der Rangliste der Stimmlokalergebnisse ist aus Sicht der Grünen die Tennishalle in Schweewarden (3,3 %).

Einen spektakulären Einbruch von 14,4 Prozentpunkten gab es für die Linken im Wahlbezirk 11 (Willehadschule). Auch im Mehrzweckhaus Einswarden (-9,7 %) ging es für die Linken steil bergab. Am stabilsten war ihre Lage in der Südschule, wo sie mit einem Minus von 1,2 % davon kamen. Insgesamt schrumpfte der Stimmenanteil der Linkspartei im Nordenhamer Stadtgebiet von 10,7 auf 5,2 %. Ihr bestes Stimmlokalresultat erzielten sie – trotz der starken Verluste – im Mehrzweckhaus Einswarden mit 7,9 %. das Gegenstück dazu war die Willehadschule mit 3,4 %.

Die Alternative für Deutschland (AfD) erreichte bei ihrer Wahlpremiere 3,6 % auf Stadtebene. Vor allem in der Willehadschule (5,2 %) hatte die neue Partei einen guten Zulauf, während sie in Schweewarden (1,1 %) kaum wahrnehmbar war.

Piraten sind abgetaucht

In die Bedeutungslosigkeit haben sich die Piraten verabschiedet, die sich im Stadtergebnis von 1,6 auf 1,3 % verschlechterten. Überdurchschnittlich war ihr Anteil in Schweewarden (2,7 %).

Die NPD hatte wieder einmal nichts in Nordenham zu melden. Die Partei bekam insgesamt 121 Stimmen. Damit verschlechterten sich die Rechten von 0,98 auf 0,96 %. Auffällig ist ihr vergleichsweise hoher Anteil in Friedrich-August-Hütte, wo sie auf 20 Stimmen und 2,1 % kamen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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