Blexen Die Zitterpartie um das Blexer Reitturnier hat ein Ende. Die traditionsreiche Großveranstaltung bleibt erhalten und kann weiterhin im Stadtnorden über die Bühne gehen. Bürgermeister Hans Francksen und Vertreter der Turniergemeinschaft Weser-West haben sich darauf verständigt, dass die Pferdefreunde von der Rennwiese vor dem Kronos-Titan-Werk auf den Deichsportplatz umziehen. Im nächsten Jahr soll das Turnier erstmals an dem neuen Standort ausgerichtet werden.

Wie berichtet, steht die Weide an der Titanstraße bald nicht mehr zur Verfügung, weil das Gelände zum künftigen Industriegebiet auf dem Blexer Groden gehört. Das benachbarte Steelwind-Werk will dort stählerne Fundamentfüße für Windkraftanlagen lagern. Diese sogenannten Monopiles sind bis zu 100 Meter lang und können bis zu 1000 Tonnen wiegen.

Der Deichsportplatz, der nur noch selten für Wettbewerbe genutzt und daher mit eingeschränktem Aufwand vom Bauhof der Stadt Nordenham gepflegt wird, war bei der Suche nach einem Ausweichstandort der Favorit der Turniergemeinschaft. Die Bodenbedingungen mit einem sandigen Untergrund sind dort die gleichen wie auf der bisherigen Rennwiese.

„Das Gelände ist für diesen Zweck gut geeignet“, sagt Hans Francksen. Der Bürgermeister freut sich, dass auch die Dorfgemeinschaft und der Bürgerverein Blexen sich mit dieser Standortvariante anfreunden können und ihre Zustimmung signalisiert haben. Allen Beteiligten sei es daran gelegen, die renommierte Pferdesportveranstaltung in Blexen zu behalten.

Bei der Premiere auf dem Deichsportplatz im Sommer 2015 müssen die Reiter und ihre Gäste allerdings mit Einschränkungen rechnen, zumal in der Zeit die Erschließungsarbeiten für das Industriegebiet auf Hochtouren laufen werden. Zumindest sieht das die neue Terminplanung für das Projekt so vor. Laut Bürgermeister Hans Francksen sollen die Arbeiten, zu denen auch die Errichtung einer neuen Straße und eines Regenrückhaltebeckens gehören, im März beginnen und im November erledigt sein.

Die Frage ist, wo die Parkplätze für die Autos der Turnierteilnehmer und der Besucher während der Bauphase ausgewiesen werden können. „Da könnte es eng werden“, sagt der Bürgermeister, „aber wir werden eine Lösung finden.“ In den Folgejahren seien solche Probleme nicht mehr zu befürchten, weil im Umfeld des Sportareals genügend Flächen für Parkplätze zur Verfügung stünden.

Nachdem die Stadt zwischenzeitlich einen anderen Kurs verfolgt hatte, soll das 50 Hektar große Planungsgebiet auf dem Groden jetzt doch nicht in Etappen, sondern in einem Rutsch erschlossen werden. Diese Vorgehensweise begründet der Bürgermeister zum einen mit dem Zeitdruck bei der Verfügbarkeit der Fördergelder und zum anderen mit rechtlichen Zwängen. Es sei juristisch sauberer, das gesamte Gebiet in einem Vorgang zu erschließen.

Allerdings muss die Stadt Nordenham zur Finanzierung des Vorhabens, das auf 8,5 Millionen Euro veranschlagt ist, einen Nachtragshaushalt beschließen. Mit der Bereitstellung der Gelder noch in diesem Jahr wird gewährleistet, dass die Stadt die Arbeiten rechtzeitig ausschreiben kann.

Wie berichtet, unterstützt das Land Niedersachsen das Projekt mit 2 Millionen Euro. Die verbleibenden Kosten will die Stadt mit Grundstücksverkäufen ausgleichen. Falls die Vermarktung der Flächen nicht so zügig ablaufen sollte, wie es sich die Stadt erhofft, bliebe laut Bürgermeister Hans Francksen eine Risikosumme von 1,9 Millionen Euro offen.

Welche Unternehmen sich neben Steelwind und Kronos Titan auf dem Groden ansiedeln, ist noch nicht entschieden.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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