Nordenham Sport bringt Menschen zusammen und spielt daher eine große Rolle bei der Integration von Flüchtlingen. Dazu passt ein Streetbasketball-Projekt, das in vier Städten im Oldenburger Land bereits erfolgreich angelaufen ist und jetzt auch die Wesermarsch erreicht: Nordenham und Brake sollen Standorte für die Aktion „Streetbaskets4Life“ werden. Um die Koordination vor Ort kümmert sich Dr. Bernhard Skupin.

Wenn alles nach Plan läuft, entsteht zu Beginn des nächsten Jahres ein gut ausgestattetes Streetbasketball-Feld auf dem Pausenhof der ehemaligen Hafenschule (jetzt Oberschule I) an der Pestalozzistraße in Nordenham. In Brake ist die Standortauswahl noch nicht soweit vorangeschritten. Im Gespräch ist ein Gelände in dem Sportzentrum neben den Berufsbildenden Schulen.

Projekt-Botschafter

Dass Bernhard Skupin die Aufgabe des Projekt-Botschafters in der Wesermarsch übernommen hat, kommt nicht von ungefähr. Denn für den Nordenhamer Arzt im Ruhestand ist Basketball eine Herzensangelegenheit. Als Student hatte er es bis in den erweiterten Kader des Bundesligisten TuS Leverkusen gebracht, und auch heute als 68-Jähriger übt er diesen Sport noch aus. Als aus dem Management der EWE Baskets in Oldenburg der Wunsch an ihn herangetragen wurde, bei dem Integrationsprojekt mitzumachen, zögerte Bernhard Skupin nicht lange mit seiner Zusage . „Das ist ein tolles und wichtiges Projekt, das ich gerne unterstütze“, betont er.

Ein Streetbasketballfeld – wir hier in Oldenburg – soll auf dem Pausenhof der früheren Hafenschule in Nordenham entstehen. BILD: Tobias Frick

Basketball-Plätze im einheitlichen Design

Das Spielfeld hat eine Größe von 11 mal 15 Metern. Die Bodenbeschichtung mit einem elastischen, geräuschdämmenden Material ist an allen Standorten einheitlich in einem grau-gelben Design gestaltet.

Die Teams bestehen aus vier Spielern, davon ein Auswechselspieler. Gewünscht sind gemischte Mannschaften mit Mädchen und Jungen. Aber darüber entscheiden die beteiligten Schulen.

Die Schulen gründen Basketball-Arbeitsgemeinschaften. Besonders angesprochen sind dabei Kinder mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen. Geleitet wird die AG von einem Lehrer der jeweiligen Schule. Ihm stehen erfahrene Nachwuchstrainer von Streetbaskets4Life zur Seite, die regelmäßig die Gruppen besuchen.

Mitmachen können Schüler im Alter von 10 bis 16 Jahren. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht notwendig.

Die besten Mannschaften der einzelnen Standorte qualifieren sich für ein großes Finalturnier, das in Oldenburg stattfindet.

Hinter dem Projekt steht der Verein Baskets4Life, der seit 2010 für das Nachwuchsprogramm der EWE Baskets Oldenburg zuständig ist. Früher trug der Verein den Namen Baskets-Akademie Weser-Ems.

Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln und womöglich mit Fluchterfahrungen. Der Oldenburger Verein Baskets4Life ist für die Umsetzung des Projekts zuständig, das sich weitgehend über Spenden finanziert. Bislang gibt es vier Standorte: Oldenburg, Bad Zwischenahn, Westerstede und Rastede. Mit der übergreifenden Koordinationsarbeit ist Gianna Stahmer betraut, die bei Baskets4life zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Für den Bau der Spielfelder übernimmt der Verein die Kosten, die sich auf rund 32 000 Euro belaufen. Um die Bereitstellung der Grundstücke müssen sich die jeweiligen Städte und Gemeinden kümmern. In Nordenham hat auch der Landkreis ein Wörtchen mitzureden, weil er der Träger der Oberschule I ist, auf deren Areal die Streetbasketball-Anlage entstehen soll. Als Plan B kommt laut Bernd Skupin eine Fläche im Bereich des Plaatweg-Stadions in Betracht.

Er freut sich, dass die beiden Städte und der Landkreis von dem Vorhaben sehr angetan sind. „Ich bin überall auf offene Türen gestoßen“, sagt Bernhard Skupin. Das gelte ebenfalls für die Oberschule I, die das Basketball-Projekt als willkommene Bereicherung ihres Nachmittagsangebots betrachtet.

Bernhard Skupin hofft, dass schon bald die letzten offen Fragen geklärt sind. Dann könnte Anfang 2019 mit der Errichtung der Spielfelder begonnen werden. Allzu lange darf sich die Planungsphase nicht mehr hinziehen, zumal im Frühling das Außentraining und bald darauf die Turnierserie starten sollen. Höhepunkt ist im Sommer ein großes Finale, bei dem die besten Teams der Standorte in Oldenburg aufeinandertreffen.

Das Gemeinsame zählt

Am Ende gibt es zwar Gewinner, aber der Wettbewerbsgedanke ist eher zweitrangig: „Im Vordergrund steht, gemeinsam etwas zu schaffen“, sagt die aus Rastede stammende Koordinatorin Gianna Stahmer. Wenn junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sich zu einem eingeschworenen Team zusammenfinden, dann sei das ein schönes Beispiel für eine gelungene Integration. Dass Basketball sich dafür anbietet, liegt aus Sicht des Projektinitiators Hermann Schüller auf der Hand. „Basketball trägt von der Spielanlage her das Integrative bereits in sich: Alle greifen an und alle verteidigen.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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