NORDENHAM Nach gut vier Monaten endete am Freitagabend die Welttournee der Gitarrenlegende Uli Jon Roth mit einem Konzert in der Jahnhalle. Nach Gastspielen in so namhaften Hallen wie etwa dem „Hammersmith Apollo“ in London war es kein Zufall, dass sich Uli Jon Roth ausgerechnet das Nordenhamer Kulturzentrum für sein Abschlusskonzert ausgesucht hatte: In der aktuellen Besetzung der Skyband tummeln sich mittlerweile drei Nordenhamer Musiker. Niklas Turmann (Rhythmus Gitarre) und Corvin Bahn (Keyboards) rockten bereits in jungen Jahren in der lokalen Jugendband Ruta Baga und sind dieses Jahr zu Uli Jon Roth gestoßen. Schlagzeuger Michael Ehre (Prime Time, Metalium) ist schon länger mit von der Partie und gastierte schon vor zwei Jahren zusammen mit Uli Jon Roth in der Jahnhalle.

Den Anfang machte an diesem Abend die Support-Band „Punk Floyd“. Markus Poschmann (Gesang), Frank Schürmann (Gitarre), Stephan Münsch (Bass), Thomas Pieper (Schlagzeug) und Michael Halley (Keyboard) spielten auf solidem Niveau bekannte Rocknummern aus den 60er- und 70er-Jahren, unter anderem von Cream, Led Zeppelin und The Doors.

Als dann schließlich Uli Jon Roth mit seiner Skyband auf die Bühne trat, hatten sich mehr als 250 Besucher in der Jahnhalle eingefunden, darunter auch einige eingefleischte Fans aus dem europäischen Ausland. Mit infernalischer Lautstärke legte das Septett los und spielte zunächst vor allem Stücke des aktuellen Albums „Under a dark Sky“. Das Konzertalbum enthält epische, durchkomponierte Stücke, die man irgendwo zwischen Heavy Metal und Classic Rock ansiedeln kann. Neben progressiven Instrumentalpassagen wartet „Under a dark Sky“ mit besonders anspruchsvollen Gesangsparts auf. Diesen Job übernahm Roths Lebensgefährtin Liz van Dall, die mit enthusiastischer Performance und kraftvoller Stimme sogar den Maestro selbst überragte. Mark Boals kam als zweiter Sänger dazu. Er überzeugte handwerklich zwar ebenfalls, konnte sich aber nicht recht ins Bandgefüge einpassen.

Zwischendurch kamen natürlich auch zahlreiche Stücke aus Uli Jon Roths Zeiten bei Electric Sun und den Scorpions auf den Tisch, unter denen sich auch einige sehr erdige Rocksongs befanden. Ende der 70er-Jahre hatte Roth mit Kollegen wie Yngwie Malmsteen den Grundstein für das Konzept einer „One-Man-Guitar-Show“ gelegt, die sich bei heutigen Stars wie Steve Vai und Joe Satriani immer noch großer Beliebtheit erfreut.

Auch in der Jahnhalle ließ es sich die Saiten-Koryphäe nicht nehmen, sein Haar von einem Ventilator in Schwung bringen zu lassen und in nahezu endlosen Solopassagen gehörig seine selbst entwickelte „Skyguitar“ zu bearbeiten. Der geneigte Zuhörer konnte dabei ein wahres Notengewitter bestaunen, auch wenn der musikalische Mehrwert dabei manchmal im Dunkeln blieb.

Nach fast drei Stunden Programm zogen Musiker wie Publikum wahrscheinlich ziemlich erschöpft von dannen, nicht ohne mit einem letzten „The Wind cries Mary“ (J. Hendrix) noch einmal der sonderbaren Welt des Gitarrensolos gehuldigt zu haben.

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