NORDENHAM Wenn sich das Meinungsbild bestätigt, dass die NWZ am Dienstagmorgen auf dem Wochenmarkt in einer nicht repräsentativen Umfrage eingefangen hat, dann sind die Tage von Dr. Georg Raffetseder als Bürgermeister endgültig gezählt. Die Mehrheit der Befragten will am kommenden Sonntag zur Abstimmung gehen und für die Abwahl des suspendierten Bürgermeisters votieren.

Dazu gehört auch Hartmut Orwat. „Ich gehe selbstverständlich hin“, sagt der 67-Jährige. „Was sich unser Bürgermeister geleistet hat, war einfach zu viel des Guten.“ Schon Raffetseders Wahl sei seinerzeit eine reine Protestwahl gewesen. „Aber man konnte ja nicht ahnen, dass man so daneben liegt“, sagt Hartmut Orwat.

Wilfried Pieper will am Sonntag nicht zur Wahl gehen. Der 66-Jährige ist der Meinung, dass zunächst der gesamte Stadtrat abgewählt werden sollte. Außerdem würden bei einer Abwahl des Bürgermeisters zusätzliche Kosten entstehen. Er sei zwar enttäuscht vom Bürgermeister, sagt Wilfried Pieper. Aber er meint auch, dass ihm viele Leute im Stadtrat Knüppel zwischen die Beine geworfen haben und nicht bereit waren, mit ihm zusammenzuarbeiten. „Jetzt sollen diese Leute die Suppe auslöffeln.“ Kein Verständnis hat der 66-Jährige für die Haltung der WIN, ein Nachfolger von Raffetseder müsse nicht unbedingt Verwaltungserfahrung haben. „In diese Aufgabe kann man sich nicht einfach reinfummeln“, sagt er.

Elke Raschke will am Sonntag auf jeden Fall zur Wahl gehen. Ihrer Ansicht nach hat sich der Bürgermeister „zu viele kleine Skandale geleistet“. Er habe das Vertrauen der Bürger nicht gerechtfertigt, meint die 42-Jährige. Sie macht kein Geheimnis daraus, dass sie selbst Raffetseder gewählt hat. „Ich hatte die Hoffnung, dass die festgefahrenen Strukturen im Stadtrat aufgebrochen werden und dass es mit Nordenham voran geht.“ Diese Hoffnung hat sich für Elke Raschke allerdings nicht erfüllt. Sie wünscht sich nun, dass sich ein Bürgermeister findet, der völlig unbelastet ist. Die führenden Köpfe im Stadtrat sind ihrer Meinung nach nicht wählbar.

Auch Georg Locker hat sich vorgenommen, am kommenden Sonntag für die Abwahl des Bürgermeisters zu stimmen. „Da sind in der Vergangenheit viele Dinge gelaufen, die mir nicht gepasst haben“, sagt der 71-Jährige. Seiner Meinung nach darf jemand, der wegen Bestechlichkeit verurteilt wurde, die Stadt nicht weiter repräsentieren. Der Rentner hält die bislang einzige Bürgermeister-Kandidatin Claudia Nolte-Schwarting für eine geeignete Nachfolgerin, auch weil sie keiner Partei angehört.

Tobias Maake hat bereits per Briefwahl für eine Abwahl von Raffetseder gestimmt. Der Bürgermeister habe Nordenham zwar in ganz Deutschland ziemlich bekannt gemacht, aber auf eine eher unrühmliche Art und Weise, sagt der 29-Jährige. „Einen Erpressungsversuch kann man sich einfach nicht erlauben“, schüttelt er mit dem Kopf. Deshalb hofft er, dass am kommenden Sonntag genügend Stimmen für die Abwahl des Bürgermeisters zusammenkommen.

Das Gleiche hofft Susanne Jacobus. Auch die 39-Jährige will mit ihrer Stimme dafür sorgen, dass der Bürgermeister nicht wieder ins Amt zurückkehren darf. Ihrer Meinung nach ist Raffetseder aufgrund seiner Verfehlungen nicht mehr tragbar. „Und wenn er etwas Anstand hätte, dann wäre er schon von alleine zurückgetreten.“ Für eine Nachfolge von Georg Raffetseder wünscht sich Susanne Jacobus jemanden, der sich mit Nordenham verbunden fühlt. „Es muss aber nicht unbedingt ein Nordenhamer sein.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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