Nordenham Mittwoch, 18.45 Uhr, Grundschule FAH. Im oberen Geschoss ist es stockfinster. Nur dort hinten – ein grelles Licht am Ende des Flurs. Laute Musik dröhnt herüber aus dem Raum mit dem Türschild Nr. 68. „Lasst uns unseren Angsttitel noch einmal spielen,“ scheppert es aus einem Lautsprecher. Kurz den Takt angesagt – und dann: „Ee-e-e-um-um-a-weh. Ee-e-e-um-um-a-weh. Wimowäh, wimowäh…“ Ein schriller Gesang und ein verdammt schneller Rhythmus. „Nein, halt! Norbert, du kommst irgendwo ins Eiern. Und noch mal von vorn.“

Im Güterschuppen

des Theaters Fatale tritt an diesem Sonnabend, 7. Februar, die Gruppe EAL Vokal auf. Bassist Alfred Ferenz, Schlagzeuger Dietmar Brückner, die Gitarristen Nobert Bröer und Ralf Wübbenhorst sowie Sängerin Rosi Peuker spielen unter anderem Titel von den Beatles, Kinks, Crosby, Stills, Nash & Young und Amy McDonald. Beginn ist um 20 Uhr.

Zweiter Versuch. Und dann ein dritter. Jetzt klappt’s. „Supi,“ grinst Alfred Ferenz breit übers Gesicht und zeigt den „Gefällt-mir“-Daumen. Er, Norbert Broer, Rosi Peuker, Ralf Wübberhorst und Dietmar Brückner sind EAL Vokal. Sie proben ein letztes Mal „The Lion Sleeps“ von The Tokens. Die Zeit drängt, denn heute ist die Generalprobe für das große Konzert am Sonnabend im Güterschuppen von Theater Fatale. „In kuscheliger Atmosphäre,“ sagt Alfred Ferenz.

Seit anderthalb Jahren spielt er mit den Vieren einmal in der Woche zusammen. „Es macht Spaß, einfach Spaß. Und es ist schön. Wenn ich nach Hause gehe, bin ich immer richtig mit mir zufrieden.“ EAL Vokal gibt es eigentlich schon recht lange. Die aktuelle Besetzung ist allerdings neu. Und der Auftritt am Sonnabend ist im Grunde ihr erster großer.

Das jüngste Konzert bei der Landpartie Garten & Ambiente im Sommer im Friedeburgpark war buchstäblich ins Wasser gefallen. Und der Beitrag anlässlich des 40. Geburtstags der Lehrerband im April vergangenen Jahres in der Jahnhalle war quasi nur eine Stippvisite gewesen.

Apropos Lehrerband: Aus ihr entwickelte sich einst EAL Vokal. Alfred Ferenz gehörte zu den Gründungsmitgliedern, Dietmar Brückner stieß 1991 dazu, Norbert Broer zwei Jahre später. „So haben wir Jahrzehnte lang gemeinsam Musik gemacht,“ erinnert sich Dietmar Brückner. „Als einige von uns zur reinen Bandarbeit keine Lust mehr hatten, trafen wir uns halt an jedem Sonntagvormittag bei Klaus Eckardt. Er schälte Kartoffeln, und wir sangen.“

Das war vor zehn Jahren. Die Besetzung von EAL Vokal hat in den Folgejahren mehrfach gewechselt, die Musik auch. „Manches, was wir spielen, das würde in Nordenham keine andere Band wagen,“ sagt Dietmar Brückner. So wundert es nicht, dass auch das Programm für Sonnabend nicht Standard ist. Ausdruck dafür sein Titel „LOSch“. Er steht für Lieder, Ohrwürmer und Schnulzen.

Der Übungsabend in der Grundschule FAH, in der Alfred Ferenz bis vor kurzem noch als Schulleiter den Takt angab, neigt sich nun dem Ende. Noch ein letztes Mal wird der Eagles-Hit „Tequila Sunrise“ angestimmt. Und dann: „Aus. Schluss. Klang doch schön, oder?“

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