NORDENHAM „Pett mi nich döör dat Geharkte!“ Mit diesem bei Kleingärtnern durchaus gängigen Spruch eröffnete der Bundestagsabgeordneter Holger Ortel seine Rede im „Blüh auf“-Vereinsheim. Auf Plattdeutsch gratulierte der SPD-Politiker, der auch selbst Mitglied in einem Schreberverein ist, dem Kleingärtnerverein „Blüh auf“ zu seinem 75-jährigen Besehen. Zur Freude der Gastgeber hatte er auch ein „Flachpräsent“ mitgebracht. Dabei handelte es sich um einen Briefumschlag mit einer finanziellen Zuwendung.

Bei der Feier ließ es sich „Blüh auf“-Vorsitzender Helmut Herbold nicht nehmen, auf die Anfänge der Gartenanlage an der Walther-Rathenau-Straße zurückzublicken. Sie war 1932 als „Laubenkolonie Nord“ gegründet worden (die NWZ berichtete). „Ein Garten ist der letzte Luxus dieser Tage“, sagte Helmut Herbold, „er fordert das, was in der Gesellschaft am kostbarsten und seltensten ist: Zeit, Zuwendung und Raum.“

Grüße vom Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde überbrachte dessen Präsident Hans Senger aus Hannover der neben Sachgeschenken wie Fahne und Krawatte ebenfalls ein Geldpräsent überreichte. Die demografische Entwicklung bringe es mit sich, dass in den Kleingartenanlagen oftmals nicht alle Parzellen verpachtet seien, sagte Hans Senger. „Sind die Vereinssatzungen noch zeitgerecht?“, fragte sich der Präsident und gab zu bedenken, dass um Nachwuchs geworben werden müsse. Doch die als Zielgruppe auserkorenen Familien und jungen Leute wollten keine Vorschriften, sondern ihre Freiheiten mit ihren Kindern ausleben. Zeiten mit strengen Ruhevorschriften zum Beispiel würden jüngere Menschen nach Ansicht des Verbandspräsidenten schwerlich akzeptieren. Er empfahl daher, dass die Vereinsvorstände mit den Gartenfreunden moderat umgehen sollten.

Der Nordenhamer Vize-Bürgermeister Ulf Riegel grüßte die Kleingärtner mit einem Ausspruch des früheren Heimatbund-Vorsitzenden Enno Hansing, der zu ähnlichen Anlässen gerne sagte: „Wenn een 75 Johr old ward, kieks nich blots op denn Geborsdag, nee, denn kieks ok geern torüüch.“ Damit erinnerte Ulf Riegel an die Vereinsgründungstag, die nach den Recherchen von Helmut Herbold am vergangenen Sonnabend auf den Tag genau vor 75 Jahren erfolgt war. Der Bedarf an Gartenparzellen war damals und in der Folgezeit hoch, da noch bis zum Ende der 1940er Jahre große Entbehrung angesagt war. „Blüh auf“ hatte in Spitzenzeiten bis zu 90 Parzellen verpachtet. Heute verfügt der Verein über 80 Gartengrundstücke, von denen zur Zeit acht frei sind.

Die Landtagsageordnete Ina Korter (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich über die Mühe, die sich Kleingartenvereine mit Migranten geben. „Blüh auf“ werde dem Integrationsauftrag gerecht, sagte Ina Korter, die auch die Aktivitäten des Vereins bei der Ausstellung „Garten & Ambiente“ sowie bei der Ferienpassaktion hervor hob.

Für den Kreisvorstand der Kleingärtner in der Wesermarsch überbrachte Roland Braun die Grüße sowie einen Briefumschlag. Stadtbrandmeister Ralf Hoyer überreichte eine Wetterstation mit Feuerwehrmotiv und erinnerte sich an seine Kinderzeit, von der er viel in der „Blüh auf“-Kleingartenanlage verbrachte habe. Eine Ruhebank aus Teakholz hatten die Vorstände der befreundeten Kleingärtnervereine Achtern Diek, Dreieck, Gartenfreude, Naturglück, Sonnenblume, Vor Brake, Wasserturm und Weser aus Nordenham und Brake als gemeinsames Geschenk mitgebracht.

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