Abbehausen „Wat nich geiht, ward gängig moakt“, verspricht Opa Dietrich Saalfeld. Obwohl im Rollstuhl gefesselt, gelingt dies dem Tyrann mit seinen eigenen Methoden auch. Sie sorgen für ein fast zweistündiges herzerfrischendes Theatervergnügen, für das man ein gut trainiertes Zwerchfell und ein Tuch zum Trocknen der Freudentränen benötigt. Mit der Inszenierung der Komödie „Opa lett dat krachen“ ist den Abbuser Spoaßmoakern erneut ein Volltreffer gelungen. Das ist die einhellige Meinung der rund 170 Gäste bei der Premiere am Samstagabend im Abbehauser Dorfkrug.

Komödie übersetzt

Zu ihnen gehörte der von Bühnenleiter Reiner Gebauer besonders begrüßte Heino Buerhopp aus Golzwarden. Er hat hat die Komödie aus der Feder von Rüdiger Kramer ins Plattdeutsche übertragen. Mittlerweile hat der 78-Jährige die niederdeutschen Versionen von über 130 Theaterstücken verfasst.

Der Stoff des Dreiakters ist nicht besonders tiefgründig und bedient die einschlägigen Klischees. Aber er sorgt mit Wortwitz und zweideutigen Aussagen immer wieder für Szenenapplaus und laute Lacher. Als Meckerpott und Haustyrann treibt Opa Dietrich Saalfeld, der versorgt werden muss, seine Söhne Peter und Paul sowie Schwiegertochter Lisa an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Weil zudem Lisa wieder in ihren Beruf zurückkehren möchte, wird eine „Tagesmudder för de olle Quäspott“ gesucht.

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Aus Versehen landet die Internetanfrage nicht nur bei einer Pflegevermittlung, sondern auch bei einer halbseidenen Frauenagentur. Und so nimmt das Geschehen seinen Lauf: Es erscheint Elena, eine super sexy Frau. Von der sind nicht nur Opa Dietrich, obwohl er eine Pflegekraft abgelehnt hatte, sondern auch dessen Söhne ziemlich angetan. Zum Leidwesen von Peters Frau Lisa. Die freut sich sehr, als mit Agathe eine examinierte Pflegerin erscheint.

Bei der Besetzung der Rollen mit Mitgliedern des Spoaßmoaker-Theaterensembles hat Regisseur Reiner Gebauer wieder ein glückliches Händchen bewiesen. Obwohl noch gar nicht auf der Bühne, steigert Ralf Müller als Opa Dietrich mit ersten Meckertiraden aus seinem Zimmer die Spannung schon vor seinem gekonnten Auftritt im Rollstuhl. Auch Helmut von Nethen und Arne Pauls begeistern als dessen genervte, aber auch liebestolle Söhne Peter und Paul.

Tolle Darsteller

In der Rolle der russischen Elena brilliert Claudia Böltes mit gebrochenem Deutsch und anzüglicher Gestik. Köstlich ist auch ihr erotischer Solotanz. Ihr nichts nach steht die zunächst etwas bieder daherkommende Schwiegertochter Lisa. In dieser Rolle zeigt Ingeborg Laverenz gleich mehrere Facetten ihrer Schauspielkunst. Trotz eher kürzeren Auftritten tragen auch Ute Bliefernich als Pflegekraft Agathe Pichler und Wilhelm Willms als Zuhälter Louischi zur bravourösen Leistung des gesamten Ensembles bei.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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