Norddeich Die größte Konkurrenz der Inselfähren sind Wassertaxis. Das sagte kürzlich der Chef der Reederei Norden-Frisia Carl-Ulfert Stegmann und verwies auf einen dreitägigen Test für eine Expressverbindung nach Norderney, der vom 12. und 14 Mai stattfand. Demnach ist die Geschwindigkeit für Urlauber und Pendler ein entscheidender Faktor. Bei der Vorstellung der Auswertung spekulierte die Reederei bereits für einen eigenen Express-Katamaran, der mit alternativen Wasserstoff- oder Elektroantrieben ausgestattet ist. Jetzt wurde diese Spekulation Realität, in Form eines „Greenwatertaxis“.

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Zusammen mit der Hochschule Emden/Leer nimmt die Norden-Frisia am deutsch/niederländischen Projekt „H2Watt“ teil. Das Projekt beschäftigt sich unter anderem mit der Erprobung eines Katamarans als „Greenwatertaxi“, das kürzlich von Emden nach Norddeich überführt wurde. Die 74 Kilometer lange Route „wurde aufgrund der sehr energieeffizienten Rumpfform des Bootes rein batterieelektrisch nonstop ohne Aufladung durchgeführt“ sagt Prof. Michael Vahs von der Hochschule, der die Überführungsfahrt geleitet hat. Neben des elektrischen Antriebs sind die Besonderheiten des Wassertaxis eine Geschwindigkeit von bis zu 16 Knoten, rund 30 Kilometer pro Stunde, und ein Tiefgang von 30 Zentimetern.

Erprobefahrten zu den Inseln

In den kommenden Wochen sollen mit dem Prototyp Erprobungsfahrten von Norddeich Richtung Juist und Norderney unternommen werden. „Wir möchten im Rahmen des Projektes die Alltagstauglichkeit dieses Boot- und Antriebskonzeptes für den Inselverkehr ermitteln“ so Reedereivorstand Carl-Ulfert Stegmann. Das ein solches grünes Wassertaxi notwendig sei, bestätigt Prof. Dr. Jann Strybny von der Hochschule Emden/ Leer, mit Blick auf die desolate CO2-Situation bei den jetzigen Wasstertaxis, wie es in der gemeinsamen Pressemitteilung der Reederei und der Hochschule heißt.

So würden immer mehr kleine Boote, mit hochmotorisierten Benzin-Außenbordmotoren und einem verhältnismäßig höheren Verbrauch pro Fahrgast und Strecke für den schnellen Personentransport im Wattenmeer eingesetzt. „Die CO2-Belastung ist je transportiertem Fahrgast etwa 12-mal höher als beim Transport mit einer Fähre. Die derzeit völlig ungeregelte Zunahme der Wassertaxen steht nicht im Einklang mit dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“, sagt Strybny.

Grüner Wasserstoff im Einsatz

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Der emissionsfreie Katamaran ist acht Meter lang, sechs Meter breit und soll Personen, Gepäck, Fahrräder und weitere Ladung transportieren können. Der Kern ist ein batterie-elektrischer Außenbordmotoren, zusätzlich gibt es eine Brennstoffzelle, die die Batterie während der Fahrt nachladen kann oder direkt den Motor unterstützt. Als Kraftstoff dient Methanol, das aus „grünem“ Wasserstoff gewonnen werde und so einen klimaneutralen Antrieb ermögliche. Weiter stehe bei Bedarf ein Segelsystem zur Verfügung.

Das Projekt „H2Watt“ wird durch die Mariko GmbH und den niederländischen Unternehmerverband „FME“ koordiniert und im Rahmen des Interreg V A Programms Deutschland-Niederlande mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie durch nationale Kofinanzierung aus Deutschland und den Niederlanden gefördert. Ziel der Förderung ist die Verwendung von Wasserstofftechnologie als Baustein für eine klimaneutrale Energieversorgung voranzubringen.

Soeke Heykes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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