Hude /Neuenwege Wolfgang Martens, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, ahnte schon vorher, was kommen würde: „Man sollte die Erwartungen an den Vortrag nicht zu hoch schrauben“, baute der Verwaltungs-Vize im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt Hude vor.

Gemeint waren die Ausführungen von Planer Helmut Rolfes (Niedersächsische Landgesellschaft), der den Auftrag hatte, binnen einer Woche eine kostengünstigere Lösung für die Oberflächenentwässerung im geplanten Gewerbe- und Industriegebiet „Holle-Neuenwege“ zu finden. In der vergangenen Woche hatte die Nachricht, dass ein 1,4 Hektar großes Regenrückhaltebecken mit 560 000 Euro zu Buche schlägt und die Erschließungskosten auf rund 1,6 Millionen Euro ansteigen lässt, im Ausschuss für Entsetzen gesorgt. Um es vorweg zu nehmen: Rolfes hatte nun keine billigere Lösung parat – im Gegenteil: Sein Alternativ-Vorschlag schloss mit einem Betrag von rund 1,75 Millionen Euro ab.

Um den Wasser-Stauraum um 25 Zentimeter zu erhöhen und die Becken-Fläche zu verkleinern, regte Rolfes an, die Erschließungsstraße auf 80 Zentimeter über Geländehöhe anzuheben. Zwar könnten mit der Becken-Verkleinerung 125 000 Euro eingespart und mit dem Verkauf der dadurch zusätzlich zur Verfügung stehenden Gewerbefläche (5800 m²) 145 000 Euro mehr eingenommen werden. Kosten in Höhe von 442 000 Euro für das Auffüllen des Geländes machen diese Alternative jedoch zur Minus-Rechnung.

Hermann Dunkler-Gronwald (SPD) nannte das Ergebnis „total unerfreulich“. Wilfried Siems (CDU) war enttäuscht, dass „keine vernünftigen technischen Lösungen“ vorgeschlagen wurden, und Hilko Finke (Grüne) zeigte sich „erschrocken“ über die Kostensumme.

Hans-Rudolf Werner vom Planungsbüro Ingwa sprang seinem Ingenieurskollegen zur Seite: „Hier laufen viele ungünstige Faktoren zusammen.“ Eine Versickerung sei in diesem Gebiet wegen des hohen Grundwasserstands nicht möglich, so Werner. Auf eine Abdichtung des Beckens zu verzichten, komme für den Landkreis als Genehmigungsbehörde nicht in Frage. Und ein Pumpwerk zu bauen, sei die „teuerste Entwässerungslösung überhaupt“.

Für Bürgermeister Axel Jahnz ergab sich daraus die Konsequenz, dass man „die 1,6 Millionen Euro fürs große Regenrückhaltebecken nicht wegbekommt“.

CDU-Fraktionschef Horst Linnemann warnte dagegen davor, der Ausbauplanung „koste es was es wolle“ zuzustimmen. Auf seinen Antrag hin wurde über das Thema am Abend nicht-öffentlich weiterverhandelt. Im Ergebnis hat der Ausschuss zu späterer Stunde einem Straßenausbau ohne Gehweg und einer Oberflächenentwässerung in Form von Regenrückhaltesystemen und damit der 1,6-Millionen-Variante grundsätzlich zugestimmt. Es soll weiterhin versucht werden, die Lösung zu optimieren.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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