Hamburg Neue Künstler, konstruktive Konferenzen und ein Besucherrekord - zum Abschluss des Hamburger Reeperbahnfestivals haben die Organisatoren eine positive Bilanz gezogen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Festivalchef Alex Schulz am Samstag. „Auch in diesem Jahr gab es wieder jede Menge aufregende neue Acts zu entdecken. Dazu kamen konstruktive Diskussionen und Veranstaltungen auf unserer Branchenkonferenz.“ Laut den Veranstaltern dürfte das elfte Reeperbahnfestival mit einem Besucherrekord zu Ende gehen. Bis zum frühen Sonntagmorgen wurden 38.000 Besucher erwartet, 4000 mehr als im vergangenen Jahr.

Mit Spannung erwartet wird zudem die erstmalige Verleihung des „Anchor“-Awards am Samstagabend, für den acht Musik-Acts im Rennen sind. In der Jury sitzen etwa David-Bowie-Produzent Tony Visconti, MTV-Urgestein Ray Cokes oder die isländische Sängerin Emiliana Torrini.

Daneben gibt es auch in den letzten Festivalstunden wieder jede Menge Musik, etwa von der finnischen Künstlerin Alma oder von Goth-Popper Drangsal aus der Pfalz. Insgesamt sollten von Mittwoch bis zum frühen Sonntagmorgen bis zu 400 Künstler aus aller Welt in zahlreichen Clubs, Bars und Kiez-Kneipen auftreten.

Biffy Clyro                    Bild: Heimken/dpa
Das schottische Trio Biffy Clyro spielte in der Nacht zum Samstag eine kurzfristig angekündigte Show im proppevollen Docks, wo zwei Tage zuvor schon Joy Denalane ihr Publikum begeistert hatte. Das Pop-Duo Boy, frisch ausgezeichnet mit einem VUT-Award für das „Beste Album“ trat an einem ungewöhnlichen Ort auf. Die beiden Frauen beeindruckten mit einem Konzert im Hamburger Michel, der berühmtesten Kirche der Hansestadt.

Traditionell geht es aber beim Reeperbahnfestival darum, eher unbekannte Künstler zu entdecken, und die gab es quasi an jeder Ecke. Am späten Freitagabend überzeugte etwa die australische Band Parcels im Molotow, wenige Meter weiter auf dem Beatles-Platz beeindruckten Shoshin aus Manchester mit einem Spontan-Konzert vor hunderten Menschen.

Gastland in diesem Jahr waren die Niederlande. Das Nachbarland war mit zwölf Künstlern auf dem Festival sowie mehreren Fachveranstaltungen auf der begleitenden Branchenkonferenz vertreten. Dort kamen 4400 Vertreter der Musik- und Digitalwirtschaft aus 40 Ländern zusammen.

„Der Länderschwerpunkt 2017 ist Kanada, ein Land, aus dem seit jeher großartige Musik kommt“, kündigte Schulz an. Inspiriert von South-by-Southwest Festival im texanischen Austin ging das Reeperbahnfestival erstmals 2006 über die Bühne.

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