Córdoba (dpa) - "Matador" Carlos Sainz hat mit der Rallye Dakar seinen Frieden geschlossen. Nach fünf Ausfällen nacheinander feierte der mittlerweile 55-jährige Madrilene seinen zweiten Gesamtsieg beim härtesten Offroad-Abenteuer der Welt.

Nach dem Schlusspunkt bei der qualvollen Odyssee über fast 9000 Kilometer durch Peru, Bolivien und Argentinien kündigte Sainz die Einberufung des Familienrats an und ließ seine Zukunft offen. Er ist damit in bester Gesellschaft.

"Ich weiß noch nicht, ob ich nächstes Jahr zurück sein werde. Jetzt muss ich erst mal diesen Sieg genießen, nach Hause gehen, mit meiner Frau sprechen, mit meiner Familie - und dann werden wir sehen, auch weil Peugeot nächstes Jahr nicht hier sein wird", sagte der Spanier, der sich weder von Getriebeproblemen an seinem Wagen noch einer Zeitstrafe von seiner Siegfahrt abhalten ließ.

Der französische Autobauer hatte seinen Rückzug von der Dakar schon zuvor angekündigt. Acht Jahre nach seinem letzten Triumph hat Sainz nicht nur seinem Team einen perfekten Abschied bereitet, sondern könnte auch seiner Laufbahn ein glanzvolles Ende bereitet haben. "Jeder wundert sich, ob das wirklich der Schlusspunkt deiner Karriere sein wird und du den Helm an den Nagel hängst (du weißt, diese Idee macht Mama sehr glücklich)", schrieb sein Sohn Carlos Sainz jr. in einem Brief an seinen Vater, "ich für mein Teil werde dich unterstützen und ermutigen, egal wie du dich entscheidest."

Der Altmeister, der ehrfurchtsvoll "El Matador" genannt wird, hat seine Konkurrenz einmal mehr in die Knie gezwungen. Nicht einmal "Monsieur Dakar" Stéphane Peterhansel konnte da mithalten. Der mit 13 Erfolgen als Rekordgewinner der Dakar geführte Franzose hatte diesmal auch viel Pech. Erst raubte Peterhansel ein Schaden an der Aufhängung viel Zeit, auf der vorletzten Etappe schließlich krachte der Markenkollege von Sainz in einen Baum.

"Wir haben zwei große Fehler gemacht und dadurch viel Zeit verloren", resümierte Peterhansel nach Platz vier im Klassement der 40. Auflage. Sainz habe in diesem Jahr "einfach keinen Fehler" gemacht, zollte der Titelverteidiger seinem spanischen Kontrahenten nach der Hatz durch Gluthitze, Staub und Dünen Respekt. Der 52-Jährige hat wie auch Sainz noch keine Entscheidung über seine Zukunft im Motorsport getroffen. Der nach einem Unfall gescheiterte Mitfavorit Sébastien Loeb dürfte es bei der Dakar kein weiteres Mal probieren.

Sainz genoss indes die Siegerehrung. Selbst das spanische Königshaus, Ministerpräsident Mariano Rajoy und der zweimalige Formel-1-Champion Fernando Alonso würdigten seinen Erfolg. "Ich bin so glücklich. Wir verdienen diesen Erfolg, weil wir so viel Mühe in dieses Auto gesteckt haben", sagte Sainz, der sich auf seinen Beifahrer Lucas Cruz verlassen konnte. "Es war aber ein unglaublich harter Wettbewerb, wir sind zwei Wochen bis ans Limit gegangen."

Nicht jeder übersteht diese Tortur. Von allen Startern schafften es gerade einmal 55 Prozent der Teilnehmer bis ins Ziel. Einer davon war auch Dirk von Zitzewitz, der sich als Co-Pilot von Toyota-Mann Giniel de Villiers über Rang drei freuen durfte. "Das war definitiv die härteste Rallye Dakar seit langer Zeit", urteilte er. "Das war eine extreme Herausforderung, und dass wir die so gut gemeinsam gemeistert haben, aller Rückschläge zum Trotz: Hut ab."

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