Dwergte Mit einem geschickten Regieeinfall beginnt der Theaterverein Dwergte in diesem Jahr die Aufführung der Komödie in drei Akten „Schiere Nervensaak“ des Hamburger Autors Wolfgang Binder: Gleich zu Beginn verliert Marion Hansen (Melanie Wendeln) bei einem Sturz im Haushalt das Bewusstsein und durchlebt dann einen wirren Traum.

Marion Hansen und ihr Mann Matthias (Tobias Flerlage), der sich mehr oder weniger erfolglos als Schriftsteller versucht, leben in argen finanziellen Sorgen. Sogar der Gerichtsvollzieher (Christoph Claus) ist öfter im Haus. „Soll ich etwa anschaffen gehen?“, klagt die Ehefrau, die sich bemüht, das Geld zum Haushalt aufzutreiben. Nun kündigt sich die reiche Erbtante Hedwig (Edith Spille) an, die gerade auf Europareise ist, um die Nichte zu besuchen und den Ehemann kennen zu lernen. Das aber bringt Marion in die Bredouille. Denn ihr Ehemann erhält tatsächlich einen Vorschuss auf sein neues Buch und befindet sich mit dem Verleger (Leon Osterhus) auf der Buchmesse. Kurzerhand stellt Marion der Tante den sehr schlichten Monteur Lümi (Andreas Bruns) als Ehemann vor. Doch natürlich kommt es, wie es kommen muss: Neben der Tante kommen die Schwiegereltern (Günther Schrand und Andrea Osterhus), der Hausmeister (Peter Büssing) und die Raumpflegerin (Annika Wendeln) wie zufällig vorbei. Durch seine schlichten Antworten („Das weiß ich nicht, da musst du Marion fragen“) richtet vor allem Lümi, der angebliche Ehemann, ein heilloses Durcheinander an. Das Chaos ist schließlich perfekt, als der echte Ehemann überraschend zurückkehrt.

Die Dwergter Akteure verzichteten unter der Regie von Käthe Zumbrägel im voll besetzten Dwergter Jugendheim auf übertriebenen Klamauk. Dennoch kamen einige Szenen beim Publikum besonders gut an. Für besondere Turbulenzen sorgten vor allem die sich mit mehreren Flaschen Schnaps verbrüdernden Gerichtsvollzieher Meier und Schwiegervater Adalbert. Überzeugend schaffte es auch Marion Hansen, bei allem Durcheinander immer die passende Gefühlslage zu vermitteln. Für ganz viele Lacher sorgte der urkomische dröge und denkschwerfällige Lümi, dessen Mimik zu beobachten, sicher ein Genuss war. Aber auch die anderen Darsteller überzeugten durch Textsicherheit, Mimik und Gestik, wobei es die Raumpflegerin Puschke besonders schwer mit ihrem Dialekt hatte. Für die Maske hatten Sandra und Benita Robben gesorgt. Souffleuse war Christina Einhaus.

Das Stück ist noch am Freitag, 16., und am Samstag, 24. November, jeweils ab 19 Uhr zu sehen. Am den Sonntagen 18. und 25. November, gibt es ab 14.30 Uhr Aufführung für Senioren. Karten gibt es beim Kiebitzmarkt in Molbergen, bei „Hochartz“ und in „Debbelers Hofcafé in Dwergte und an der Abendkasse.

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