Nwz-Kommentar Zur Schweden-Wahl
Lehrstück für Deutschland

Schweden hat gewählt, und aus dem Ergebnis können die Regierenden in Deutschland etwas lernen. NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will über den Absturz der Sozialdemokraten und den gebremsten Aufstieg der schwedischen Rechtspartei.

Bild: DPA
Blaues Auge vom Wähler: Stefan Löfven, Ministerpräsident Schwedens und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei.Bild: DPA
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Oldenburg Die Wahl in Schweden ist ein Lehrstück. Nicht nur für die Nordeuropäer, sondern besonders für die Deutschen.

Zum einen erlebten die schwedischen Sozialdemokraten ein Desaster. Sie fuhren das schlechteste Ergebnis seit 100 Jahren ein. Die Rechtspartei „Schwedendemokraten“ legte dagegen deutlich zu. Einwanderung, Banden-Kriminalität und gesellschaftliche Polarisierung sind die Ursachen. Bis hier reichen dann auch die Paralleln zur Situation in Deutschland.

Zum anderen aber fielen die Verluste der Sozial- und die Gewinne der Schwedendemokraten weit geringer aus als vorausgesagt – und das liegt daran, dass die schwedische Regierungskoalition in der wichtigsten aller Fragen gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen hat. Bei der Einwanderung nämlich.

In den vergangenen Monaten gab es eine deutliche, spürbare und (wohl) auch ehrliche Wende von grenzenloser, naiver und unkontrollierter Offenheit hin zu Realismus, Kontrolle und Begrenzung.

An diesem Punkt enden dann auch die Parallelen zu Deutschland. Diese Wende nämlich steht hierzulande noch immer aus. Genau deswegen werden die Regierungsparteien in Deutschland, und besonders die SPD, vermutlich noch weiter abschmieren.

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