Oldenburg Die Reihen der Befürworter wirken geschlossener von Tag zu Tag: Immer mehr Bundesminister reden der Masern-Impfpflicht das Wort und stärken damit auch allen Bundesländern den Rücken, die immer entschlossener dafür eintreten. Brandenburg ist voranmarschiert.

Gut so! Im Kampf gegen die nur scheinbar harmlose Kinderkrankheit, die sich aber epidemisch verbreitet und tödlich verlaufen kann, muss endlich der rechtliche Boden für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen bereitet werden. Das kann nur heißen: verpflichtende Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen – und deren Betreuer.

Im Handumdrehen wird das nicht gelingen: Ganz sicher gilt es, zuvor verfassungsrechtliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dass dafür Mittel und Wege zu finden sind, schließen Experten nicht aus. Gleichwohl steht ein von Impf-Kritikern geführter Kampf zu erwarten, der die im Grundgesetz verankerten Persönlichkeitsrechte in den Fokus nimmt.

Die Auseinandersetzung jetzt zu suchen und zu führen, ist richtig und wichtig. Die Zahl der Masern-Erkrankungen nimmt in besorgniserregendem Maße zu. Mit Aufklärung, Appellen und verpflichtenden Beratungen ist es bislang nicht gelungen, die hochansteckende Erkrankung einzudämmen, geschweige denn auszurotten. Es ist Gefahr im Verzug: Jetzt muss der Staat handeln und Vorgaben durchsetzen.

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Gaby Schneider-Schelling stv. Chefredakteurin / Chefredaktion
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