Oldenburg Libyen ist heute mehr als nur ein beliebiger Unruheherd im Mittelmeerraum. Das Land ist ein zentraler Teil der neo-osmanischen Großmachtstrategie der Türkei.

In der vergangenen Woche hat Ankara Truppen zur Unterstützung der Tripolis-Regierung gegen General Chalifa Haftar geschickt. Dem voraus ging ein Abkommen zwischen Tripolis und Ankara, in dem das westliche Mittelmeer de facto zwischen den beiden aufgeteilt wurde. Hintergrund sind Erdgasvorkommen und die strategische türkisch-griechische Rivalität. Mit Recht ist Athen empört, nicht zur Berliner Libyen-Konferenz eingeladen worden zu sein.

Die Türkei verfolgt mit dem Sprung nach Nordafrika einen Teil ihres imperialistischen Programms, das auf die Geschichte Bezug nimmt: Libyen gehörte einst zum Osmanischen Reich. Seit Jahr und Tag bemüht sich die Erdogan-Regierung, den türkischen Einfluss in diesen Gebieten zu verstärken und die Grenzen in diese Regionen zu verschieben – in Syrien, dem Irak und nun auch in Libyen.

Wenn Deutschland in der Region ein „ehrlicher Makler“ sein will, müssen seine Außenpolitiker auch und vor allem dem türkischen Imperialismus Grenzen setzen. Das geht aber nicht, indem man vor den Osmanen einknickt und zum Beispiel die Griechen von Verhandlungen ausschließt, die ihre existenziellen Interessen berühren.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Mitglied der Chefredaktion (Überregionales)
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