Oldenburg Wenn Historiker in vielen Jahren außenpolitisches Versagen mit einhergehendem moralischem Bankrott studieren wollen, werden sie sich der EU und Deutschland im Jahre 2019 zuwenden. Täglich wird das europäische Appeasement des Iran peinlicher, gefährlicher und hilfloser.

Die EU und an ihrer Spitze Deutschland haben im Umgang mit den Mullahs komplett versagt. Alle Versuche, das Regime in Teheran einigermaßen zu zivilisieren, sind fehlgeschlagen. Die Europäer haben sich im Umgang mit skrupellosen, fanatischen Machtpolitikern der Illusion von „Softpower“ hingegeben. Dabei tolerieren sie den Griff des Iran nach Langstreckenraketen. Sie tolerieren iranische Kriegführung und Destabilisierung im Jemen, im Irak, in Syrien und im Libanon. Sie tolerieren massive Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Deutschlands Außenminister posiert zuhause mit der Kippa und hofiert in Teheran potenzielle Völkermörder. Ob man ihm wohl auch die Uhr gezeigt hat, die in Teheran den Countdown bis zur Zerstörung Israels zeigt? Sie steht gut sichtbar auf dem „Palästina-Platz“.

Die Europäer glauben auch nicht den US-Beweisen für die Täterschaft des Iran im Falle der Angriffe auf Öltanker. Sie rechtfertigen das mit den Erfahrungen des Irak-Krieges, haben aber selbst keine Erklärung des Vorfalls. Das stärkt das Selbstbewusstsein des Regimes in Teheran und schwächt die USA und auch Israel.

Und nein: Es geht hier nicht um die Alternative „Krieg oder Diktatorenstreicheln“. Es geht darum, dass die Europäer sich endlich ermannen, realpolitisch klug und moralisch sauber zu handeln – jenseits des Militärischen. Das kann nur bedeuten: schnelle und harte Sanktionen gegen den Iran im Schulterschluss mit Washington.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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