Oldenburg Dass die Bahn nicht gerade eine einfache Phase durchläuft, ist hinlänglich bekannt. Doch der Brandbrief, den der komplette Bahnvorstand jetzt gemeinsam unterschrieb und an die Führungskräfte verschickte, überrascht in dieser drastischen Form schon. Die Botschaft lautet: Problembereiche wie der Güterverkehr werden noch schwächer, der Gewinn bricht ein, zentrale Ziele werde verfehlt.

Was bedeutet das für uns Bahnfahrer und Steuerzahler? Ganz einfach: Die aktuell am Bahnsteig spürbaren Probleme werden uns wohl erhalten bleiben – wie etwa die Verspätungen, die seit Monaten zunehmen. Zugleich steigt angesichts von Mindereinnahmen, aber auch von notwendigen Investitionen der Schuldenberg bedrohlich an. Die magische Marke von 20 Milliarden Euro wird nun gerissen werden.

Wie sieht der Ausweg für die Bahn aus? Der wird auf jeden Fall Zeit benötigen – im Personenverkehr zum Beispiel so lange, bis ausreichend neues Material auf den Schienen ist, das weniger anfällig ist. Und bis der sagenumwobene neue Deutschlandtakt da ist, der Stress aus dem Netz nehmen sollte. Weniger Hoffnung besteht allerdings beim Güterverkehr. Der implodiert schon seit vielen Jahren– von der Bahn in den Regionen selbst aus Hilflosigkeit mit verursacht.

Generell bekommt die Bahn AG gerade die Rechnung für die Fehler früherer Vorstände und Verkehrspolitiker präsentiert. Sie hätte schon vor Jahrzehnten Vorrang verdient gehabt, auch bei den Investitionen.

Die Weichen müssen beherzt neu gestellt werden. Der Brandbrief zeigt aber auch: Intern, zwischen den vielen Bahn-Sparten, läuft es nicht rund. Das sollte sich im Interesse der Kunden sehr kurzfristig ändern.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion

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