Oldenburg Bezieht man die gesamte Wertschöpfungskette mit ein, hängen in Niedersachsen mehr als 600 000 Arbeitsplätze an der Automobilindustrie. Nun steht die Branche vor einem großen Wandel – weg vom Verbrennungsmotor hin zu Alternativen wie der Elektromobilität. Das hat Folgen. Da in Elek­trofahrzeugen viel weniger Teile verbaut sind als in Wagen mit Verbrennungsmotor, dürften in den nächsten Jahren viele Stellen wegfallen. Auch bei VW in Emden könnten zahlreiche Stellen abgebaut werden – wenn auch ohne betriebsbedingte Kündigungen. Aber es zeigt, wo die Reise noch hingehen könnte. Die Verunsicherung ist jedenfalls groß.

Nun schaltet sich die Politik ein. Die niedersächsische Landesregierung möchte den Umbruch mitgestalten und soll sich in den nächsten Jahren dazu intensiv mit der Industrie austauschen. Die Idee ist gut – vor allem, dass die Zulieferer mit einbezogen werden. An der Umsetzung hapert es allerdings noch. Denn bis auf leere Worthülsen sind bislang keine konkreten Vorschläge gemacht worden, wie es in der Branche weitergehen könnte. Auch der Zeitraum für Gespräche ist relativ weitläufig. Dabei gilt es, schnell – aber nicht überstürzt – zu handeln. Denn Mitarbeiter, die sich unter anderem über Jahrzehnte hinweg in bestimmten Bereichen qualifiziert haben, könnten plötzlich innerhalb kürzester Zeit nicht mehr gefragt sein. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, entsprechende Strategien zu entwickeln, um diesen Menschen eine Perspektive zu geben, oder sie zumindest frühzeitig darauf vorzubereiten.

Alle Arbeitsplätze werden auch die Strategiegespräche nicht retten können. Bei einem Umbruch dieser Größenordnung ist das auch nicht ungewöhnlich. Während der Indus­trialisierung wurden sogar ganze Berufszweige ausradiert. Aber es ist die Pflicht der Autoindustrie als einem unserer Hauptarbeitgeber, ihren Mitarbeitern eine Perspektive zu geben, statt sie in Ungewissheit zu lassen. Sei es nun durch Fort- und Weiterbildungen oder der Offenheit für alternative Antriebsarten neben batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen – beispielsweise verflüssigtes Erdgas (LNG) oder die Brennstoffzelle.

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Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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