Oldenburg Na, wenn das kein Volltreffer war! Das kennt ja jeder: Kaum geht man auf die Straße, schon redet alle Welt nur noch von der „Anti-Abschiebe-Industrie“. Höchste Gefahr für Menschenrechte und Demokratie! Da ist es nur verdienstvoll, wenn der deutsche Intellektuelle endlich einschreitet. Jenseits aller Ironie kann man allerdings auch sagen: Dieses „Unwort“ ist eine Kopfgeburt der Insassen von Elfenbeintürmen.

Der CSU-Mann Alexander Dobrindt hat „Anti-Abschiebe-Industrie“ einmal in einem Interview benutzt. Ansonsten ist es ein toter Begriff – sogar ein mausetoter, der keinerlei Relevanz für irgendeine Debatte besitzt.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre bestätigen zudem: Die jährliche Unworterei ist so voraussehbar wie langweilig. Da tritt Jahr für Jahr eine Gruppe von Geistesarbeitern an, ihren Unwillen über politische Haltungen jenseits der ihren auszudrücken. Der Beifall auf der politischen Linken ist ihnen in der Regel sicher. Zu einem tieferen Verständnis der zu Grunde liegenden politischen Verhältnisse und Vorgänge oder einer aufgeklärteren Debatte trägt das ganze aber nicht bei. Es ist in Wirklichkeit nichts weiter als ein erstarrtes, entleertes Ritual, ein Anlass zur Selbstbestätigung der eigenen Haltung.

Gut, dass sich immer weniger Leute an diesem Unfug beteiligen.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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