Oldenburg Das Berliner Urteil ist ein Signal: Illegale Autorennen können zu lebenslanger Haft führen, wenn dabei ein Mensch zu Tode kommt. Die Raser darf man jetzt öffentlich Mörder nennen, gesellschaftlich eine hochemotionale Feststellung zu einer Straftat, die früher zwar nicht bagatellisiert, gleichwohl rechtlich wenig angemessen behandelt wurde.

Nicht alle Juristen werden das rechtlich so eindeutig finden wie die Berliner Richter, dass die Raser, die mit 150 km/h bei Rot über Ampeln fuhren, die Tötung von Menschen billigend in Kauf nahmen, auch wenn es keinen Tötungsvorsatz gab. Denn aus Sicht des Urteils waren genau das die niedrigen Beweggründe, die nach allgemeiner sittlicher Anschauung verachtenswert und damit ein Mordmerkmal sind: Die Angeklagten mussten wissen, dass jemand sterben könnte.

Über den Fall wird sicher noch lange juristisch gestritten, aber er ist rechtskräftig: Das Urteil hat Folgen, die sinnlose Raserei wird riskanter. Bleibt noch die Frage, ob die Hohlköpfe, die auch ohne Unfall beim illegalen Autorennen erwischt werden, künftig wegen Mordversuchs vorm Kadi landen. Logisch wäre das.

Thomas Haselier / Archiv
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