Nwz-Kommentar Zu Den Us-Kürzungen Bei Der Palästinenser-Hilfe
Künstliches Flüchtlingsproblem

Die Amerikaner drehen der umstrittene UN-Flüchtlingshilfe für die Palästinenser den Geldhahn zu. Der UNRWA-Organisation droht damit möglicherweise die Schließung. NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will findet: Das ist überfällig.

Bild: DPA
Milliardenschwerer Hilfskonzern mit politischer Schlagseite: Ein Gebäude des Flüchtlingshilfswerks UNRWA in Gaza-Stadt.Bild: DPA
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Oldenburg Das Palästinenserhilfswerk UNRWA ist eine der kuriosesten internationalen Organisationen – und eine der fragwürdigsten dazu. Es ist völlig richtig, dass die Amerikaner dieser so intransparenten wie schädlichen Truppe den Geldhahn zudrehen. Das war schon lange fällig.

Die UNRWA entstand 1949, als nach dem misslungen arabischen Überfall auf das junge Israel, als Folge dieses von ihren Führern vom Zaune gebrochenen Angriffskrieges, arabische Palästinenser zu Flüchtlingen geworden waren. Damals ging es um rund 700 000 Menschen. Heute aber versorgt die Organisation sage und schreibe fünf Millionen Araber in Jordanien, Syrien, dem Libanon, Gaza, Judäa und Samaria. Grund: Unter den Palästinensern vererbt sich der Flüchtlingsstatus. Jeder Nachkomme eines 1948 Betroffenen wird automatisch „Flüchtling“ und hat Anrecht auf UNRWA-Versorgung. Ähnlich absurd wäre es, würden die Nachkommen schlesischer oder ostpreußischer Flüchtlinge noch heute von den UN alimentiert.

Im Laufe der Jahre hat dieses Milliarden-teure System (fast) allen Beteiligten nur Vorteile gebracht. Die Organisation sicherte sich und ihren Gehaltsbeziehern durch die so massive Flüchtlingsvermehrung den Bestand. Die arabischen Staaten mussten sich nie darum kümmern, ihre Brüder aus dem historischen Palästina zu integrieren.

Der palästinensische Führung aber kommt dieses künstliche „Flüchtlingsproblem“ gelegen als Faustpfand und Propagandamunition gegen Israel. An einer Lösung ist sie daher nicht interessiert. Gleiches gilt für die Islamisten der Hamas in Gaza. UNRWA bietet ihren Kadern Jobs und Einkommen. In den Schulen der Organisation werden die Kinder mit Judenhass und Hamas-Propaganda gefüttert.

Wenn die Bundesregierung nun die US-Kürzungen für UNRWA teilweise kompensieren will, ist das eine schlechte Nachricht. Es trägt dazu bei, Normalisierung zu verhindern und absurde Zustände zu zementieren.  

Das könnte Sie auch interessieren