Oldenburg Dass sich im Kulturbereich dicke Erfolge beim Publikum nicht einfach planen lassen, davon können Buchverlage oder Filmregisseure ein kräftiges Lied singen. Aber manchmal verwundert es doch, wie meisterliche Werke kaum Anklang finden, ja fast missachtet werden, wie Florian Henckel von Donnersmarcks neuer Film. Der Regisseur war immerhin Oscargewinner mit „Das Leben der Anderen“ 2007, und nun hat er mit „Werk ohne Autor“ einen herausragenden Spielfilm über Deutschland und unsere Geschichte gedreht.

Liegt es an über drei Stunden Kino? An dem etwas sperrigen Stoff einer Künstlerbiografie? An der sanften Kritik des Malers Gerhard Richter an dem Film, dessen Künstlerleben als Folie diente? Wie auch immer: Der Zuspruch ist erschreckend gering. Der Anfang Oktober gestartete Streifen schaffte es nicht an die Spitze der deutschen Kinorangliste.

Vielleicht gibt es jetzt einen Schub mit der Nominierung für die Golden Globes. So oder so: „Werk ohne Autor“ ist ein Meisterwerk, wie es das deutsche Kino lange nicht mehr lieferte. Durchaus oscar-würdig. Aber wir wären schon mit einem Golden Globe zufrieden.

Dr. Reinhard Tschapke
Redaktionsleitung
Kulturredaktion

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Nordwest-Zeitung | Golden Globe Award

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