Oldenburg Darf man die DDR einen Unrechtsstaat nennen? Darf ein Staat seine Bürger bespitzeln lassen, ihnen ihr Eigentum rauben, Oppositionelle ohne Grund inhaftieren? Den Bürgern die Freizügigkeit nehmen? Das darf er nicht, wenn er sich mit dem Attribut Rechtsstaat schmücken will. Was die Gegner des Wortes stört, ist der Vergleich mit der Barbarei des Nationalsozialismus. Denn die Nazi-Diktatur war definitiv ein Unrechtsstaat. Er unterwarf alle Bürger einem „Führer-Willen“, eine große Schar von Juristen arbeitete verbissen daran, Bürger ohne Rechtsgrundlage zu demütigen, zu entrechten, sie zu enteignen und zu töten. Das war ein Unrecht. Die Gegner des Begriffs Unrechtsstaat wenden ein, dass es möglich gewesen sei, in der DDR den Rechtsweg zu beschreiten, dass das Regime keinen faschistischen Charakter gehabt habe. Nein, sie waren keine Faschisten, aber sie waren Diktatoren, die das Recht gerade so bogen, wie es ihnen in den Kram passte. Nicht das Leben der DDR-Bürger war unrecht, unrecht war, was die Machthaber 40 Jahre lang getan haben. Das muss einen Namen haben, und den braucht man nicht umzulackieren.

Hans Begerow
Leitung
Politik/Region
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Jetzt weiterlesen:

nur 1,- € im 1. Monat

danach 7,90 € & mtl. kündbar

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne!
Rufen Sie uns an unter 0441 - 9988 3333, schreiben Sie uns eine E-Mail an leserservice@NWZmedien.de oder schauen Sie in unsere Hilfe.

Weitere exklusive Plus-Artikel

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.