Jerusalem Für Deutschland gilt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs das Prinzip „Nie wieder Täter”. Das scheint auf dem ersten Blick die richtige Schlussfolgerung zu sein, sicherlich aus Augen eines Juden. Jedoch darf „Nie wieder Täter” nicht „Wir lassen andere Täter gegen Juden tun und machen, was sie wollen” bedeuten. Denn wenn dem so sein sollte, dann machte sich Deutschland heutzutage wieder schuldig gegen den Juden in der internationalen Staatengemeinschaft – Israel.

Autor dieses Beitrages ist Arye Sharuz Shalicar (40). Er ist in Deutschland als Sohn jüdischer Eltern aus dem Iran aufgewachsen und heute Abteilungsleiter im israelischen Geheimdienstministerium im Büro des Ministerpräsidenten. Foto: privat

Im Falle des Konflikts zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen wird in erster Linie Israel an den Pranger gestellt, weil man angeblich unverhältnismäßig vorgehen würde. Nur: Was genau bedeutet eigentlich „verhältnismäßig” in einer asymmetrischen Konfliktsituation? Soll es etwa bedeuten, dass man als Armee eines demokratischen Landes darauf achten muss, dass man in der Selbstverteidigung nicht mehr Terroristen und von Terroristen vorgeschobene Zivilisten tötet, als man tote Zivilisten auf eigener Seite zu beklagen hat? Ist Israel unverhältnismäßig, weil es tausende Bunker und teure Raketenabwehrsysteme zum Schutz der Bevölkerung gebaut und entwickelt hat, statt alles Geld in offensive Raketen und Terrortunnel wie die Hamas zu verschwenden?

Sind wir unfair, wenn wir uns mit scharfer Munition zur Wehr setzen gegen Tausende von Menschen, die gewaltsam den Versuch unternehmen, den Grenzzaun nieder zu reißen, um eventuell 300 Meter weiter in einem Kibbutz ein Massaker anzurichten? Sollten wir uns erst zur Wehr setzen, wenn der Zaun erst einmal durchbrochen ist und wir dann 3000 Menschen mit scharfer Munition vor dem Überfall auf den Kibbutz abhalten müssten? Wären 3000 Tote dann „unverhältnismäßig”?

Deutschland (und seine Leitmedien) sollte sich ganz klar zu Israel und den Menschen im Gazastreifen bekennen und einen härteren Ton gegenüber den islamo-faschistischen Terroristen der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad anschlagen.

Nichts hat sich seit der gewaltsamen Machtübernahme der Terrorbande Hamas 2007 im Gazastreifen zum Positiven verändert. Daran ist in erster Linie die Jihad-Ideologie dieser machtbesessenen und mit Iran kooperierenden Kriminellen Schuld.

Gegen sie laut werden, heißt, „nie wieder Täter” sein. Sie nicht zu verurteilen, die Situation zu relativieren und Israel, obwohl 2005 bis auf den letzten Juden abgezogen, für das Schicksal der im Gazastreifen lebenden Menschen schuldig zu sprechen, ist mit Tätern kollaborieren, sprich: wieder Täter sein.

Ich setze Hoffnung in den neuen deutschen Außenminister Maas. Ich bin mir sicher, dass er jedes meiner Worte hier unterschreiben würde. Bloß, bitte nicht mehr unter dem Tisch, sondern ganz klar und deutlich auf dem Tisch. Zum Wohle der Menschen im Gazastreifen, die Terror satt haben und sich eine gute Zukunft wünschen. Zum Wohle der deutsch-israelischen Freundschaft. Zum Wohle der eigenen Prinzipien.

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