Hannover Die Forderungen, mit denen Gewerkschaften und Lehrerverbände in die Gespräche mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne gehen wollen, muten erstmal steil an: Mehr Geld, weniger Arbeit, ließe es sich auf eine etwas bösartige Kurzformel bringen. Und um es noch weiter auf die Spitze zu treiben: Grundschullehrer wollen künftig nur noch 27 statt 28 Stunden pro Woche unterrichten, wobei der Minister selbst doch hat errechnen lassen, dass normale Grundschullehrer schon jetzt eher zu wenig als zu viel unterrichten. Eine Expertenkommission bescheinigt Grundschullehrern zwar eine wöchentliche Mehrarbeit von neun Minuten, wenn man die Schulleiter herausrechne, komme man allerdings auf ein wöchentliches Minus von 26 Minuten. Wer wöchentlich 40, 50, 60 Stunden und mehr arbeitet, dürfte angesichts der Diskussion über die Arbeitszeit von Lehrern die Stirn runzeln.

Doch den Blick allein auf die Unterrichtsverpflichtung und womöglich auch noch auf die etlichen Ferienwochen im Jahr zu richten, greift zu kurz. Längst hat der Job als Lehrer angesichts steigender Herausforderungen durch Integration und Inklusion sowie durch das Abfedern von Versäumnissen in der elterlichen Erziehung massiv an Attraktivität verloren, gehen viele Lehrer in Niedersachsen täglich an ihre Grenzen, um ihrem Bildungsauftrag nachzukommen.

Ein Runder Tisch zu den berechtigten Belangen der Lehrer in Niedersachsen ist überfällig. Überflüssig waren hingegen die Äußerungen des Ministers zur angeblich zu geringen Arbeitszeit von Grundschullehrern. Am Verhandlungstisch muss es jetzt jedenfalls „zurück auf Anfang“ heißen und um eine echte Entlastung für unsere Lehrer gehen.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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