Der strenge Schutz des Wolfes durch europäisches und deutsches Recht hat zur Einwanderung von Wölfen auch nach Deutschland geführt. Seitdem wächst die Population bei uns an. Das war das Ziel der Unterschutzstellung und sollte jetzt nicht dazu führen, dass Naturschutz gegen die Weidehaltung von Schafen und anderen Nutztieren ausgespielt wird.

Weidetierhalter fordern schon seit Jahren eine Weidetierprämie, auch um ihrer Bedeutung für den Naturschutz gerecht werden zu können. Die extensive Weidetierhaltung ist für den Grünlanderhalt unersetzlich. Sie ist zugleich tiergerecht und schützt viele wertvolle Naturstandorte. Die Betriebe können aber heute nicht mehr kostendeckend arbeiten. Ihre gesellschaftliche Leistung wird durch die derzeitige Agrarförderung in Deutschland auch nicht ausreichend honoriert. Das ist der Kern der prekären Lage vieler Schafhalter.

Mit der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist keinem einzigen Schäfer geholfen. Auch Wildschweine können gejagt werden. Dennoch galoppieren sie ungehindert durch Vorstädte und verursachen einen immensen wirtschaftlichen Schaden.

Der Wolf wird zum Sündenbock für eine verfehlte Agrarpolitik gemacht. Statt populistische Plattitüden zu verbreiten, sollte sich die Agrarministerin der Problemlösung zuwenden. Erstens: Der Herdenschutz muss finanziell unterstützt werden, mit Beratung und mit einem Herdenschutzkompetenzzentrum. Zweitens: Bei Wolfsrissen sollten Weidetierhalter eine Entschädigung für den tatsächlichen Aufwand erhalten. Drittens: Es braucht eine einheitliche Bewertung von Wölfen mit atypischem Verhalten und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit ihnen. Denn der Abschuss solcher Wölfe ist bereits jetzt möglich.

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