Nwz-Kommentar Zur Letzten Juncker-Rede
Ein müder Mister Europa

Es war seine wohl letzte große Rede als Präsident der Europäischen Kommission. Jean-Claude Juncker versuchte noch einmal, dem müden Projekt Europa Leben einzuhauchen. Doch das blieb ein zweifelhafter Versuch, schreibt NWZ-Brüssel-Korrespondent Detlef Drewes.

Bild: DPA
Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, im Europäischen Parlament bei seiner Rede zur Lage der EU.Bild: DPA
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Brüssel Das Zauberwort heißt: Lösungen. Als Kommissionsprädient Jean-Claude Juncker an diesem Mittwochmorgen zu seiner letzten großen Rede „Zur Lage der EU“ schritt, wusste er, dass er den Menschen nicht mit neuen Träumen oder Versprechungen kommen darf.

Die Union erscheint festgefahren – bei der Migration ist eine Lösung ebenso überfällig wie bei den Grenzkontrollen, die längst dabei sind, die europäische Reisefreiheit zu ersticken. Die Gemeinschaft selbst zeigt sich innerlich zerrissen, muss gar erleben, dass immer mehr Staaten wegen des Vorwurfes, die Rechtsstaatlichkeit zu verletzen, öffentlich attackiert werden. Reformen und Verbesserungen, die großspurig versprochen wurden, gibt es viele. Lösungen dagegen nur wenige.

Und so nutze Juncker seine möglicherweise letzte Chance, den Bürgern aufzuzählen, wo diese EU steht, was sie sich in den Monaten bis zur Europawahl 2019 noch vorgenommen hat.

Doch die Planungsphase ist vorbei. Europa muss liefern. Schon in der kommenden Woche in Sachen Migration. Dann wird ein Durchbruch beim Brexit gebraucht, um Junckers Versprechen, dass London immer ein besonderer Partner bleiben soll, zu erfüllen. Das klingt alles gut. Ob Juncker allerdings damit den unsäglichen Anti-EU-Parolen der Populisten von links und rechts etwas entgegengesetzt hat, erscheint zweifelhaft. Mister Europa wirkte müde ob des Kampfes an allen Fronten.

Das könnte Sie auch interessieren