Philipp Bargfrede ist wieder da: Wenn Werder am Freitag um 13 Uhr auf den südafrikanischen Tabellenführer Bidvest Wits trifft, wird der Sechser, der den Grün-Weißen seit Mitte November mit einer Achillessehnenreizung fehlt, sein Comeback feiern. „Auf jeden Fall fühle ich mich sehr gut“, erklärte Bargfrede am Rande des Trainingslagers in Johannesburg zu seinem derzeitigen körperlichen Zustand, „nicht nur, was die Sehne anbelangt, sondern auch von der Fitness her“.

Wirklich Sorgen macht dem 29-Jährigen seine alte Verletzung also nicht mehr – über die mehrwöchige Ausfallzeit zur heißen Phase der Hinrunde ärgert sich Bargfrede aber noch immer. „Ich glaube, ich habe sechs Spiele verpasst“, bilanziert der Mittelfeldspieler. „Das waren auch alles echt wichtige Spiele.“ Wirklich neu ist die Situation für Bargfrede allerdings nicht: „Leider gehört das ein Stück weit zu meiner Karriere dazu.“ Mit einer positiven Einstellung und harter Arbeit habe er es aber noch immer geschafft, gut zurückzukommen.

Verständnis für Konkurrenzdruck

Dass Werder bereits im Sommer mit der Verpflichtung von Nuri Sahin einen weiteren Spieler für seine Stammposition im defensiven Mittelfeld verpflichtet hatte, sieht Bargfrede eben wegen seiner Verletzungshistorie gelassen. „Auf meiner Position war es dann natürlich auch nachvollziehbar, dass Werder noch etwas gemacht hat“, kommentiert das Werder-Urgestein.  „Ich habe ja schon vor der Verpflichtung gesagt, dass es für eine Mannschaft wichtig ist, dass wir einen guten Konkurrenzkampf haben.“

Trotz der neuen Konkurrenz hat Bargfrede mit seiner körperbetonten Spielweise im Bremer Kader allerdings immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Fähigkeit, „mal dazwischenzufegen“, wie Bargfrede es ausdrückt – die hebt den Sechser immer noch ab. Entsprechend hofft Bargfrede, der Mannschaft mit seiner Rückkehr wieder zu mehr Stabilität in der Konterabsicherung verhelfen zu können. „Gerade die Position ist sehr wichtig dafür“, ordnet Bargfrede die Wichtigkeit des defensiven Mittelfeldes ein, „weil du in der Zentrale bist, die Position hältst und dort organisieren kannst, und auch da oftmals viele Konter abfangen kannst“.

Das Ziel Europa hat Bargfrede dabei noch nicht aus den Augen verloren, sieht eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte aber vor allem daran geknüpft, die nötigen Punkte schon zeitnah einzufahren: „Für mich wird auch entscheidend sein, dass wir gerade zum Rückrundenstart die Spiele gewinnen. Dann können wir unsere Ziele erreichen.“ Grundsätzlich traut Bargfrede, der als letzter Werderaner aus dem aktuellen Kader Champions-League- und Europa-League-Fußball erleben durfte, der Mannschaft die Aufholjagd von Platz zehn aus aber zu: „Wir haben in den letzten Jahren schon gezeigt, dass wir gerade in der Rückrunde aufdrehen können.“

Anders als bei manch anderem im Verein muss wohl auch niemand in Bremen befürchten, dass Bargfrede bei einem Verpassen des internationalen Geschäftes von Bord geht: „Es hat viele, viele Vorteile, wenn du bei deinem Heimatverein in der Bundesliga spielen darfst“, betonte Bargfrede einmal mehr, wie wohl er sich bei Werder weiterhin fühle. „Das ist schon ein kleines Privileg.“

Dies ist ein Artikel der "Mein Werder"-Redaktion des WESER-KURIER

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