Oldenburg Sommer, Sonne, Liegestuhl: Schauen Sie sich in den Büros der Republik um – Deutschland ist im Urlaub. Doch nicht mehr lange. Denn in etwa einer Woche enden die Sommerferien in Niedersachsen. Und zumindest die Kolleginnen und Kollegen mit schulpflichtigen Kindern sind auf die Ferienzeit als Urlaubszeit angewiesen. Doch allzu traurig werden die meisten über das Ende dieser sechs Wochen nicht sein – denn die Ferien sind vor allem eins: ein einziges Betreuungsproblem!

Vorausschicken muss ich folgendes: Meine Frau ist Lehrerin. Sie hat also ebenso wie Eric „unterrichtsfreie Zeit“. Wir genießen also den Luxus, keine Betreuung organisieren zu müssen. Die meisten Eltern sind keine Lehrer – und da wird’s komplex.

Sechs Wochen Sommerferien sind eine verdammt lange Zeit. Schulkinder freuen sich natürlich darauf, und oftmals sind sie auch gerädert genug vom Schulalltag. Die Batterien sind leer. Aufgeladen werden sie durch das Spielen mit Freunden, bis in den Abend hinein. Die Füße dreckig, die Knie blutig und die Finger kleben vom Wassereis. Wir Eltern gönnen unseren Kindern jede Minute davon, denn egal, wie alt man ist: Das eigene Sommerferien-Gefühl vergisst man einfach nicht.

Das Problem: Als Mutter und Vater schleppt man dieses tonnenschwere Mühlrad mit sich herum, das Verantwortung heißt. Man kann sein siebenjähriges Kind eben nicht einfach alleine zu Hause und die lauen Sommerabende den Rest erledigen lassen. Irgendwer muss sich ums Essen kümmern, die Sonnenmilch hinterhertragen, regelmäßig ans Trinken erinnern, Zecken aus der Haut ziehen, Pflaster mit bunten Motiven aus dem Schrank holen, Streitigkeiten schlichten, Kinder vorm Ertrinken retten und Wespenstiche kühlen. Aufgaben gibt es genug.

Doch wer erledigt das in lehrerlosen Familien? Eltern stoßen hier an Probleme, wenn beide berufstätig sind. Denn gemeinsam sechs Wochen Urlaub zu nehmen, ist zwar bei manchen auch möglich – doch damit wäre der Urlaubsanspruch fürs ganze Jahr verbraucht. Also teilt man sich auf: drei Wochen ich, drei Wochen du. Zusammen in den Urlaub fahren? Ist nicht möglich. Vielleicht nimmt einer vier Wochen, damit man zumindest eine Woche gemeinsame Ferienzeit genießen kann. Doch dann sieht’s im Rest des Jahres mau aus mit Erholung. Vielen Eltern bleibt nichts anderes übrig, als Schwiegereltern, Nachbarn oder andere Babysitter einzuspannen.

Gesegnet sei das Alter, in dem Kinder ins Zeltlager fahren. Das entspannt das Betreuungsproblem enorm. Oder das Alter, in dem Kinder auch problemlos alleine zu Hause bleiben können. Dann wäre auch Zeit für gemeinsame Urlaube: Nur wollen das die Kinder dann meistens nicht mehr.

Bei uns ist das, wie gesagt, kein Problem. Unsere Kinder lieben und erleben die Ferien, wie wir es uns in unseren romantischsten Kindererinnerungen ausmalen. Ich kann gemeinsam mit meiner Familie Urlaub machen und in den restlichen Ferien ganz normal arbeiten. Meine Frau ist zu Hause und kümmert sich ums Essen, trägt die Sonnenmilch hinterher, erinnert regelmäßig ans Trinken... und ist danach urlaubsreif.

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