Oldenburg Seit zweieinhalb Monaten bin ich nun Vater. Und es hat sich alles geändert, wie auch schon mein Kollege in einem anderen Blog-Eintrag feststellte. Es gibt so viele Themen, die plötzlich relevant werden. Ein ganz Großes ist bei uns der Schlaf. Wobei wir uns über unsere Nächte eigentlich nicht beklagen können – nur sehr selten schreit unser Sohn rum, wenn dann meist nur kurz. Ein kurzer Besuch an der Milchbar und dann wird weitergeschlafen.

Klar, es gibt auch die Nächte, in denen meine Frau jede Stunde die Bar öffnen muss. Ich als Vater versuche meinen Teil dazu beizutragen, dass die Nächte im Großen und Ganzen für meine Frau noch ein wenig Erholung und Schlaf bringen. Und zwar schläft mein Sohn den ersten Teil der Nacht nicht etwa in seinem Balkonbett oder neben uns, sondern auf mir. In Bauchlage. Und damit wären wir beim ersten „Problem“ – wenn man es denn so nennen will. Doch dazu später mehr.

Rückenlage oder nix

Für die, die es nicht wissen – Babys sollen nämlich tunlichst in Rückenlage schlafen. Decken, Kissen, Kuscheltiere, zu weiche Matratzen – das alles hat in Babys Bett nichts zu suchen. Stichwort: plötzlicher Kindstod. Die Gebote der Stunde sind: In Rückenlage schlafen, in einem Schlafsack, rauchfrei, bei passender Umgebungstemperatur, auf einer möglichst festen Matratze. Doch was macht man, wenn das eigene Kind nicht in Rückenlage schlafen will? Also immer sehr schnell aufwacht, wenn es mal auf dem Rücken liegt und auf der Seite gebettet deutlich länger schläft? Wie gesagt: Mein Sohn schläft in den ersten Stunden der Nacht auf mir. Ich schlafe dann zwar so gut wie gar nicht, aber dafür habe ich ja den Rest der Nacht. Und den verbringt er primär in Seitenlage.

Das sorgte zunächst für einen unruhigen Schlaf meinerseits – rollt sich der Kleine auch nicht auf den Bauch und kriegt dann keine Luft mehr, weil Mund und Nase in der Matratze vergraben sind? Es gab Nächte, in denen ich bei jedem Grunzen aufgeschreckt bin. Meine Frau war da von Anfang an sicher: Da passiert schon nichts. Mittlerweile bin auch ich halbwegs entspannt. Dazu hat unter anderem beigetragen, dass unsere Hebamme von sehr vielen Seitenschläfer-Babys berichtete. Doch einen Tipp, wie man den Schlaf auf der Seite für unseren Sohn sicherer gestaltet, konnte auch sie nicht geben. Beziehungsweise dürfen Hebammen das scheinbar nicht, denn wie gesagt: Eins der Gebote der Stunde ist der Schlaf auf dem Rücken.

Am besten mit Einschlafritual

Tipps gibt es dafür in puncto Einschlafprobleme genug in Büchern, Blogs und Webartikeln. Denn die lieben Kleinen schlafen ja nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. Sollen sie zumindest. Unser Kind soll laut Expertenmeinung bis zu 16 Stunden am Tag schlafen. Wir – beziehungsweise er – kommen meistens eher auf 12 Stunden. Das Mittel dagegen lautet bei den Experten in etwa: Das Kind im abgedunkelten Zimmer in sein Bett legen und dann schläft es. Wenn vorhanden, vorher noch das Einschlafritual durchgehen.

Schön und gut, aber wie gesagt: Unser Sohn schläft aktuell nicht auf dem Rücken. Ablegen ist halt nicht. Meine Frau war mit ihm beim Rückbildungskurs und berichtete mir davon, dass alle anderen Kinder brav in ihrem Maxi Cosi lagen und schliefen, nur unser Sohn hat genau daran partout kein Interesse. Das gleiche Bild beim Treffen der Mütter aus ihrem Geburtsvorbereitungskurs. Alles schläft, nur er nicht. Warum auch, wenn man auf Mamas oder Papas Arm durch die Weltgeschichte getragen werden kann? Oder wenn man genau so gut in der Trage schlafen kann? Nicht umsonst werden Babys auch als Traglinge bezeichnet. Die Evolution hat es nicht vorgesehen, dass man ein hilfloses Kind einfach irgendwo hinlegt.

Zu kurz! Zu wenig!

Womit wir beim angekündigten Thema des „Problems“ wären. Denn ich hatte mitunter das Gefühl, dass es problematisch ist, dass unser Sohn sich quasi weigert, auf dem Rücken zu liegen und sich ablegen zu lassen. Immer wieder ärgere ich mich zudem, wenn unser Sohn nach nur einer knappen Stunde Schlaf in der Trage aufwacht, obwohl wir im nahe gelegenen Wald oder zu Hause unterwegs sind. Oh nein, denke ich – das ist zu kurz! Zu wenig! Angeblich kommt man in einen Teufelskreis: Zu wenig Schlaf am Tag führt zu unruhigen Nächten und noch weniger Schlaf und so weiter.

Auch hier versuchen wir uns mittlerweile mit Pragmatismus. Doch in meinem Bestreben möglichst viel richtig zu machen und mich dabei nicht vollständig selbst aufzugeben (Stichwort: eigener Schlaf), kamen die Selbstzweifel. Ich dachte: Das steht doch so in den Büchern, das muss ja am besten sein. Und bei uns klappt es nicht. Mittlerweile sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass unser Sohn vielleicht noch etwas zu jung für diese hehren Ziele ist. Vermutlich ist genau das Allgemeinwissen; dass so junge Kinder sich oft einfach nicht ablegen lassen und alleine schlafen, oder eben auf dem Rücken. Doch leider steht davon nichts in den Blogs und Büchern, die ich gelesen habe. Da hilft wohl nur: Erfahrung sammeln.

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